Shwedagon-Pagode
Shwedagon-Pagode

Yangon - Die »goldene Stadt«

 So wie Yangon, wie Myanmars ehemalige Hauptstadt Rangun seit 1989 offiziell heißt, sahen Bangkok, Saigon oder Singapur in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts aus. Und so auch wünschen sich nostalgisch angehauchte Reisende die heute boomende Metropole zurück. In der Tat - breite Boulevards, goldene Pagoden, alte Kolonialhäuser -  so stellt sich Yangon heute dar. Immerhin haben sich hier noch erstaunlich grüne Viertel erhalten, beschwören in manchen Straßen der Außenbezirke prachtvolle Villen nostalgische Gefühle. Die oftmals von Bananenstauden und Jakaranda-Bäumen umstandenen feudalen viktorianischen Gebäude sind teils aus Ziegeln gemauert, teils aus Teak- oder hartem Eisenholz (Pyiankado) gezimmert. Überdachte Säulengänge, viel Stuck und Holzschnitzereien, Ziertürmchen, Balkone und große Fensterläden verleihen ihnen ihr charakteristisches Flair. 

 Zwar schossen in den letzten Jahren immer mehr Büro- und Hoteltürme aus Stahl, Glas und Beton in den Himmel, doch noch atmet Yangon das Flair der frühen postkolonialen Zeit,zumal das Militärregime den Regierungssitz im Dezember 2005 von Yangon ins Landesinnere, in die aus dem Urwaldboden gestampfte Retortenstadt Maypyidaw (»Königliche Stadt«) verlegt hat.

Orientierung

Dem Engländer Leutnant A. Fraser ist es zu verdanken, dass die Orientierung in Yangon leicht fällt. In der Mitte des 19. Jh. begannen die Briten die Stadt neu zu planen. Anstatt das rechtwinklige Straßennetz genau auf die Kompasspunkte hin festzulegen, drehten die Stadtplaner das ganze Straßennetz etwas nach Osten hin. Nur fünf parallel zum Fluss verlaufende Hauptstraßen wurden mit knapp hundert Querstraßen durchzogen, die somit leicht von Südwest nach Nordost ausgerichtet sind: die Bogyoke Aung San Street, die Anawrahta Street, die Maha Bandoola Street, die Merchant Street und die Strand Road. Aus diesen Richtungen blasen die Monsunwinde in Myanmar, so dass durch die vielen kleinen Straßen eine erfrischende Brise in die Stadt gelangt. Die Querstraßen wurden im rechten Winkel dazu gebaut, so dass sich das bekannte Schachbrettmuster ergab

Folklore
Folklore

Rund um den Kandawgyi-See

Die ausgedehnten Parkanlagen und die beiden künstlich angelegten Seen - Kandawgyi- und Inya-See - tragen dazu bei, dass Yangon das Flair einer Gartenstadt ausstrahlt. Kandawgyi, der »Königliche See« (Royal Lake) wurde von den Engländern angelegt und ist seit Jahren Schauplatz eines alljährlichen Bootsrennens, bei dem auch die berühmten Einbeinruderer vom Inle-See antreten. In der Nähe des Sees befinden sich sich Botschaften, Hotels und Kliniken. Die Stadtteile um den Kandawgyi- und den Inya-See wachsen schnell, denn auch in Myanmar ziehen immer mehr Menschen in die Städte. Und so werden immer mehr Gebäude abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Doch für eine aufwändige und gute Sanierung fehlt vielfach das Geld. Deshalb sieht man alte Fassaden mit verspiegelten Fensterfronten und prachtvolle Holzvillen neben baufälligen Häusern, die nach und nach zerfallen.

 

Schwimmendes Karaweik-Restaurant
Schwimmendes Karaweik-Restaurant

Karaweik-Restaurant

Das 1970 in Form der königlichen Barke aus Ziegeln und Beton erbaute Karaweikschiff an der Ostseite des Sees beherbergt das Karaweik-Restaurant mit reich ausladender Inneneinrichtung. Es wird besonders gern von Touristen besucht, da hier allabendlich folkloristische Veranstaltungen stattfinden. Der Doppelbug des Bootes ist einem karaweik oder Garuda, dem Reitvogel des Hindugottes Vishnu, nachempfunden. Von hier aus eröffnet sich die wohl schönste Aussicht, die Yangon zu bieten hat: der Blick auf die sich im See spiegelnde Shwedagon-Pagode.

 

Kyaukhtat-Gyi-Buddhat
Kyaukhtat-Gyi-Buddhat

Kyaukhtatgyi Pagode

Zwischen Kandawgyi- und Inya-See, nahe der Shwegondine Road, befindet sich die Kyaukhtatgyi-Pagode. Sie ist als große offene Halle gebaut, die einen 70 Meter langen liegenden Buddha beherbergt. Die Originalfigur des legendären Buddha entstand 1907, wurde aber durch das ungünstige Klima im Laufe der Jahre zerstört. Nachdem 1957 auch die nachgebildete Figur eingestürzt war, errichtete man sie 1966 bis 1973 mit privaten Spendengeldern wieder neu. In die 108 Felder an seinen Fußsohlen sind Glückssymbole eingearbeitet.

Blick vom Garten des Kaudawgyi Palace Hotels
Blick vom Garten des Kaudawgyi Palace Hotels

Rund um den Inya-See

internationalen Flughafen, breitet sich der Inya Lake mit seinen zahlreichen Buchten aus. Er ist künstlich angelegt und fast fünfmal größer als der Kandawgyi See. An seiner Südseite liegt die University of Arts mit einigen Kunstgewerbeläden

 

Shwedagon-Pagode
Shwedagon-Pagode

Die Shwedagon-Pagode

Die Shwedagon-Pagode ist nicht nur die Hauptattraktion Yangons, sie nimmt landesweit auch eine Sonderstellung ein. Schon in der frühen Neuzeit berichteten europäische Reisende begeistert von einer goldenen Pagode, der Shwedagon (= der goldene Tempel), deren goldglänzender, 98 Meter hohe Stupa auf einem kleinen Hügel nördlich des Zentrums thront und von den meisten Stadtvierteln aus zu sehen ist.

Mindestens ebenso betörend wie der architektonische und dekorative Prunk wirkt die Shwedagon durch die heitere und andächtige Atmosphäre, auch wenn von morgens bis abends hier Betriebsamkeit herrscht. Wenn man die Gläubigen dabei beobachtet, wie sie Kerzen anzünden, den Geistern hingebungsvoll Räucherstäbchen, Blüten und Früchte darbringen, ihre Glück verheißenden Planeten, Tiere und Wochentage anbeten oder in Meditation und Gebet versunken sind, dann überträgt sich die friedliche Stimmung unweigerlich auch auf das Gemüt der Besucher. Ansonsten sieht man auf der Plattform ständig Menschen, die im Uhrzeigersinn den Stupa umrunden.

 

Shwedagon am frühen Morgen
Shwedagon am frühen Morgen

Ideal ist es, die Pagode in der Morgenstimmung und ein zweites Mal zum Sonnenuntergang zu besuchen. Ihr Glanz und  ihre Pracht kommen unter den  langen Strahlen der Nachmittagssonne oder im weichen Licht der Abenddämmerung am besten zur Geltung. Dann legt sich ein geheimnisvoller Schimmer über die vier Aufgänge in den vier Himmelsrichtungen, den Marmor der 60000 Quadratmeter großen Plattform mit ihrem Wald aus Gebetshäusern, Pagoden und Schreinen und über das pure Gold des riesigen Stupa.

 

Der Hauptstupa
Der Hauptstupa

Der Hauptstupa

Der glockenförmige vollständig mit Gold bedeckte Hauptstupa hat eine Höhe von 98 Metern; sein Umfang an der Basis misst 433 Meter. Er erhebt sich in drei quadratischen, dann in achteckigen sich nach oben verjüngenden Terrassen (pichayas), die in fünf runde Terrassen übergehen. Die gewaltige Glocke (hkaung laung) geht in eine umgekehrte Schale über -  thabeik »umgekehrte Almosenschale« genannt. Sie ist ringsum mit 16 stilisierten Blütenblättern geschmückt. Ihr folgen kleiner werdende Ringe (hpaung yit, gewickelter Turban), welche die Form der Glocke elegant abrunden. Es schließt sich an die 9,50 Meter hohe Lotoszone, bestehend aus einer Reihe nach unten (kyahmauk) und nach oben (kyahlan) gerichteter Lotusblütenornamente. Lotos gilt als Blume der Reinheit und der Schöpfung. Der darauf aufbauende Bereich ist der hngat pyaw bou (Bananenknospe, 16 Meter hoch), geformt nach dem Vorbild einer jungen Bananenstaude. Lotoskranz und Bananenknospe sind mit gut 13000 Goldplatten gedeckt, der restliche Teil des Stupa ist mit Blattgold belegt. Das Gewicht der Goldplatten, mit denen der Stupa verkleidet wurde, wird auf 60 Tonnen geschätzt. Man sagt, dass sich auf der Shwedagon mehr Gold befinde als im Safe der Bank von England.

Der 1,25 Tonnen schwere, zehn Meter hohe und mit Edelsteinen besetzte hti (Schirm) besteht aus sieben übereinander gelagerten vergoldeten Ringen aus Eisen, die im Wind klingeln. Die folgende Wetterfahne (Hngetmana) unterhalb des Diamantenauges, die die Windrichtung anzeigt, wurde 1871 von König Mindon gespendet. Bekrönt wird das Heiligtum oberhalb der Wetterfahne von einem 76-karätigen Diamanten (»Diamantenauge«), der im Sonnenlicht funkelt. Die lange Spitze Sein Bu (Diamantenspitze) ist mit 4351 Diamanten und 93 weitere Edelsteine besetzt und hat einen Durchmesser von 25 Zentimetern. Bei all den Edelsteinen fallen die an dem Schirm befestigten 1065 goldenen und  420 silbernen Glöckchen kaum mehr ins Gewicht, die mit jedem Windstoß klingeln.

 

Gewitterstimmung am Spätnachmittag
Gewitterstimmung am Spätnachmittag

Rundgang durch die sakrale Anlage

Traditionell wird der Hauptstupa - wie alle anderen Pagoden Myanmars - im Uhrzeigersinn umrundet. Der Hauptstupa ist umgeben von kleineren und vier größeren Pagoden, die an den  Querseiten direkt gegenüber den Eingängen die vier Himmelsrichtungen markieren. An allen vier Ecken stehen so genannte manokthiha, das sind Schutzgeister, die aus einem Menschenkopf und zwei Löwenkörpern bestehen.

 

Zwischen den vier großen Tempeln stehen noch Opferaltäre und Gebetshallen (tazaung) sowie Hallen zum Rasten (zayat); die bedeutendsten Gebetshallen sind mit einem mehrstöckigen Dach (pyat that) versehen. Die auf der Plattform rund um den Stupa angeordneten 64 Andachtshallen ersetzen den Innenraum; in ihnen befinden sich die Heiligenfiguren, die sonst in den Tempeln untergebracht sind

Maha Wipaya-Pagode
Maha Wipaya-Pagode

Maha Wizaya Pagode

Eine Fußgängerbrücke führt vom Südaufgang der Shwedagon-Pagode zur Maha-Wizaya-Pagode auf dem Dhammarekkhita Hill hinüber. Die Pagode wird kaum besucht. Sie ist nur innen begehbar. Die Reliquien in den Schreinen stiftete der König von Nepal im Jahr 1980. Den Bau hat die Busfahrergewerkschaft Yangons finanziert. Die Spitze des Stupa ist gekrönt von einem elfstöckigen Schirm (zwei mehr als bei der Shwedagon Pagode).

Sule-Pagode
Sule-Pagode

Sule-Pagode

Wie eine Insel aus Gold ragt der 48 Meter hohe Stupa der Sule-Pagode aus dem Verkehrskreisel im Zentrum der Innenstadt heraus. Der vergoldete Stupa auf der Mittelinsel eines großen Kreisverkehrs bildet noch heute den besten Orientierungspunkt im Herzen der Stadt. Viele Festumzüge beginnen oder enden hier. Die Pagode stand bereits, als es Yangon noch gar nicht gab. Legenden datieren ihre Anfänge in die Zeit des indischen Königs Ashoka. Ihren Namen verdankt sie dem Nat »Sule«, dessen mit bunten Tüchern behangene Statue in einem Schrein auf der Terrasse der Pagode steht und von den Gläubigen besonders verehrt wird. Geldscheine, Kokosnüsse und unreife, grüne Bananen werden ihm dargeboten, denn die Geister sind wie die Menschen bestechlich. Zahlreiche Uhren an der Wand belegen, wie oft sich der Nat schon hilfreich gezeigt hat. Die lebensgroße Statue ist deshalb mit zahlreichen bunten Schals behängt

City Hall
City Hall

Im Herzen der Stadt

Ganz in der Nähe, an der Ecke Sule Pagoda Road und Mahabandoola Street, befindet sich ein großes weißes Gebäude. Es ist die City Hall (Rathaus), ein gut erhaltener Bau im britischen Kolonialstil. Mit seinen Ecktürmchen, der Dachkonstruktion über dem ausladenden Haupteingang, den gestaffelten Dächern, filigranen Stuckverzierungen, einigen Türmchen und dem schönen Pfauenornament über dem Eingang verleiht es dem wuchtigen Bauwerk auch birmanischen Charakter.

Schräg gegenüber vom Rathaus  steht die kleine Immanuel-Baptist-Kirche von 1911. Sie zeugt vom Wirken christlicher Missionare während der Kolonialzei

Oberstes Gericht
Oberstes Gericht

An die Kirche schließt sich schräg gegenüberliegende der 1911 erbaute beeindruckende Oberste Gerichtshof (High Court) aus rotem Backstein im viktorianischen Stil an.

 

Unabhängigkeitsdenkmal
Unabhängigkeitsdenkmal

Mahabandoola-Park

Auch der an die Sule Pagoda Road angrenzende Park vor dem Gerichtsgebäude wurde nach dem General Mahabandoola benannt, einem Nationalhelden, der sich im ersten anglo-burmesischen Krieg der britischen Armee in den Weg stellte

In der Mitte des Parks steht das markante Unabhängigkeitsdenkmal (Independence Monument), ein 46 Meter hoher  Obelisk im Zentrum von fünf jeweils 9 Meter hohen kleineren Obelisken. Der große Obelisk symbolisiert den Zentralstaat Birma, die kleinen Obelisken stehen für die ersten fünf Teilstaaten der Union: Kachin-, Shan-, Kayin-, Kayah- und Chinstaat

 

Downtown, Altes Gebäude
Downtown, Altes Gebäude

Downtown

In Downtown, im Herzen der Metropole, säumen die monumentalen Fassaden der einst britischen Kontore, Banken und Verwaltungsgebäude die breiten Boulevards und Alleen. Nicht wenige Gebäude sind frisch mit hellgrünen, rosa oder himmelblauen Farben angestrichen. Doch die Altbauten der Downtown sind durch jahrzehntelange Vernachlässigung stark bedroht, an der Rückfront und an den Seiten erblickt man Stockflecken und braunen Moder.

Hindu-Viertel
Hindu-Viertel

Es ist daher keine schlechte Idee, sich im Herzen der Metropole einfach treiben zu lassen. Die Orientierung in der Innenstadt ist recht einfach, da die Straßen gitterförmig angelegt und größtenteils nummeriert sind. Wer beim Einkaufen hungrig wird, kehrt in Garküchen und Imbissläden ein, nimmt auf einem der niedrigen Stühlchen Platz oder isst Reis mit Curry, wobei man die Wahl zwischen wet tha hin (Schweinecurry), tschet tha hin (Hühnercurry), ahma tha hin (Rindercurry), nga hin (Fischcurry) und pazoon hin (Shrimpcurry). Betelnuss-Liebhaber lassen sich an kleinen Ständen ihre ganz persönliche Mischung zusammenstellen - die mit der Betelschere zerkleinerten Samen der Betelnusspalme werden in ein mit Kalk bestrichenes Betelpfefferblatt gerollt und ganz nach Geschmack mit Zutaten wie Zimt, Kardamom oder Nelken verfeinert. So entstehen etwa drei Zentimeter dicke, mundgerechte Stücke. 

 

China-Town, Chinesischer Tempel
China-Town, Chinesischer Tempel

Anstelle des üblichen Touristen-Menüs kann man eine Schüssel Mohinga probieren, die für Einheimische obligate Frühstückssuppe mit Reisnudeln und gekochtem Fisch. Auf einem Streifzug durch einen der vielen Märkte erblickt man exotische Gewürze und feine Stoffe. Und schließlich mag man sich von einem der Astrologen in ihren winzigen Buden am Straßenrand die Zukunft weissagen lassen. In einem der zahllosen Tea-Shops wird man sich bei einem shae co, den milchig-süßen Kaffee, oder einem shwephioint-namt (grünen Tee) erholen und die knusprigen, dreieckigen, gefüllten Samosas, Teigtaschen mit Gemüsefüllung, verzehren kann.

 

Das Strand-Hotel
Das Strand-Hotel

Das Strandhotel

Nicht versäumen sollte man einen Spaziergang entlang der Strand Road. Sie gehörte zu Beginn des 20. Jahrhunders zu den vornehmsten Boulevards des britischen Empire. Zwar hat sie heute ihren mondänen Charakter verloren, doch stehen hier immer noch einige repräsentative Bauten, darunter das berühmte, 1901 eröffnete Strand Hotel. Vor wenigen Jahren liebevoll und aufwendig restauriert, spiegelt das Hotel mit seinen Marmorböden, Plüschfauteuils und Tearooms die luxuriöse Seite der Kolonialzeit wider. In den zwanziger Jahren war es nicht nur das exklusivste Hotel der Stadt, sondern warb als »beste Hotellerie östlich des Suez« um vornehme Kundschaft. Nach der Unabhängigkeit wurde es verstaatlicht und in der Folge durch fehlende Investitionen immer weiter heruntergewirtschaftet. In den achtziger Jahren war es berühmt als das einzige dieser Traditionshotels, in dem man nicht nur im gleichen Zimmer wie der Schriftsteller Somerset Maugham übernachten konnte, sondern sogar auf derselben alten Matratze und unter demselben vergammelten Moskitonetz! In den 1990er Jahren wurde das Hotel mit der Hilfe finanzkräftiger Investoren aus Hongkong wieder auf internationalen Fünf-Sterne-Standard gebracht, was allerdings auch für die Preise gilt. Und so ist es keine schlechte Idee, pünktlich zum Five o'Clock Tea einen Campari Soda im postkolonialen Ambiente einzunehmen.

 

Vom Strandhotel ist es nur ein kurzer Spaziergang hinunter zum Fluss. In den anschließenden Gebäuden residieren die Botschaften von Australien und Großbritannien. Nur ein paar Schritte weiter liegen der Fährhafen und der Containerhafen. Und vom Pansodan Jetty legen die Schiffe ins Ayeyarwady-Delta und nach Mandalay ab.

Botataung-Pagode
Botataung-Pagode

Botataung-Pagode

Ganz im Osten der Strand Road befindet sich eine der populärsten Pagoden der Stadt - die Botataung-Pagode. Dieser Name bedeutet tausend (tataung) Offiziere (bo): 1000 Offiziere sollen Spalier gestanden sein, als vor über 2000 Jahren acht Mönche aus Indien an dieser Stelle Buddha-Reliquien an Land brachten. Die Pagode ziert eine mit Blattgold belegte Spitze im Mon-Stil und ist 40 Meter hoch. Der schmale Gang ist mit Glasmosaik verkleidet; der  Stupa ist von innen begehbar. Der Weg führt durch verspiegelte Gänge vorbei an vielen Figuren und Pagodenmodellen hinter Glas zum innersten Heiligtum. Sternenförmig und mit Glasmosaiken verziert, bieten kleine Meditationsecken die Gelegenheit zur Meditation.

Cholia-Jami-Moschee
Cholia-Jami-Moschee

Religiöse Vielfalt

Wie sehr Yangon mittlerweile eine multikulturelle Stadt geworden ist, zeigt sich vor allem in den lebhaften Straßen westlich der Sule-Pagode. Hier finden sich in der Altstadt neben buddhistischen Bauwerken etliche hinduistische und chinesische Tempel, zahlreiche Moscheen und einige Kirchen. Neben den buddhistischen Heiligtümern stößt man hier auch auf den mit Skulpturen beladenen Tempelturm, den Sri Kali-Hindutempel, auf eine Baptistenkirche (St. Immanuel) und auf ein jüdisches Gotteshaus, die Mosea-Yeshua-Synagoge. Der Gebetsruf von Muezzins gehört in der Downtown von Yangon genau so zum Alltag wie buddhistische Mönche oder das Läuten der Kirchen. Nur wenige Städte Asiens bieten eine so faszinierende Mischung verschiedener Ethnien und Kulturen wie Yangon.

Old Baptist Church
Old Baptist Church

Die St. Mary' s-Kathedrale ist eine beeindruckend große katholische Kirche, die viele Gläubige anzieht. Von der mächtigen geschnitzten Kanzel im Kirchenschiff wird allerdings nur in Ausnahmefällen gepredigt. Vor dem Altarbereich stehen einige Bildnisse der Jungfrau Maria. An einem Seitenaltar links kämpft der heilige St. Georg mit dem Drachen.

 

Holy Trinity Kathedrale
Holy Trinity Kathedrale

 Dagegen ist die Holy Trinity-Kathedrale etwas schlichter; in dieser anglikanischen Kathedrale wurde 1894 die erste Messe gefeiert.

© Rainer Waterkamp