Kenia

In Nord-Kenia mit dem Geländewagen 1993

Meine Reisen

 

11. März 1990 - 1. April 1990 (Kenia, Nord-Tanzania)

18. Oktober 1991 - 7. November 1991

26. Juni 1993 - 14. Juli 1993 (Kenia mit dem Geländewagen)

21. Januar 1994 - 5. Februar 1994 (Süd-Kenia, Küste und Lamu)

 

Literatur

 

Afrique orientale. Kenya, Tanzanie, Ouganda, Éditions Vigot, Paris 2000 –ISBN: 2-7114-1461-2

Kenia, Mai-Verlag, Dreieich 1997 –ISBN: 3-87936-223-8

Ostafrika. Kenia, Tanzania, Uganda, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 1999 –ISBN: 3-440-07837-X, 3-440-07384-X 

Ostafrika. Kenia, Tanzania, Uganda, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2000 –Bertelsman

Off-Road-Handbuch Kenia Pietsch-Verlag, Stuttgart , 1994, –ISBN: 3-613-50

Východni Afrika. Kena, Tanzanie, Uganda, Baset, Praha 2003 –ISBN: 80-7340-009-X 

Kenia. Kurs Nord, abenteuer & reisen, April 1991

Jambo am Jademeer. Rund um den Turkana-See im Nordwesten Kenias, Off Road, Juni 1992

Im Schatten des Kilimandscharo. Bei den Masai in Ostafrika, Off Road, November 1993

Jenseits von Afrika. Kenia, Reisefieber, Juli/August 1996

Kenia. Jenseits von Afrika, Reisefieber, Juli/August 2001

Kenia. Das »Mutterland« der Safaris, Reisefieber, Januar/Februar 2002

Kenia. Traumland unter dem Äquator, Reisefieber, Juli/August 2003

Kenia. Das Land, das die Menschen verändert, Reisefieber, Januar/Februar 2004   

Diani Beach
Diani Beach

Early morning tea wie zu britischen Kolonialzeiten

Kenia, so sagt man, verändert die Menschen, die das Land besuchen. »Die geographische Lage und die Höhe haben vereint eine Landschaft geschaffen, die in der Welt ihresgleichen sucht.  Alles, was man sieht, atmet Größe und Freiheit und unvergleichliche Vornehmheit.« Mit diesen Worten leitet die in Europa erst nach ihrem Tod zu literarischen Ehren gelangte dänische Baronin Karen Blixen ihr Buch »Afrika, dunkel lockende Welt« ein. Der dem Bestseller folgende Film »Jenseits von Afrika« hat Millionen von Zuschauern einen Eindruck von der grandiosen Landschaft und dem Tierreichtum des Landes gegeben, in dem Karen Blixen 17 Jahre lang bis 1931 auf einer Kaffeefarm lebte. 

Noch immer kann man in Kenia die »dunkel lockende Welt« erleben, wie Karen Blixen sie beschreibt: »Um die Tagesmitte beginnt die Luft über dem Lande sich zu regen wie eine aufsteigende Flamme, sie flimmert, wogt und schimmert wie rieselndes Wasser, spiegelt und verdoppelt alle Gegenstände und schafft große Fata Morganen«. 

Aberdares, Aberdare Country Club
Aberdares, Aberdare Country Club

Die großen Fata Morganen und die Legenden von den Abenteuern der frühen Forschungsreisenden sind es, die heute zahlreiche Besucher zur Safari verlocken. Doch von dem einst durch eine feindliche Natur bedrohten Jagdausflug ist nichts mehr geblieben, der Tourist muss heute nichts an Komfort entbehren und kann sich ohne Risiko in einem großen Freilicht-Zoo bewegen, ganz in der Tradition der britischen Kolonialherren, die sich luxuriöse Inseln schufen und die Gesellschaftsspiele der Saison nach Afrika übertrugen. 

Wenn am flackernden Kamin einer Lodge der Kaffee oder Tee im «British Style« zelebriert wird, fühlt man sich zurück versetzt in den illustren Kreise einer Gesellschaft, die sich im Happy Valley nahe von Nairobi niedergelassen hatte und  hier ihre hölzernen Schlösser und feudalen Häuser im mittelalterlichen Stil inmitten hübscher Gartenanlagen errichteten. James Fox schilderte in seinem Buch »White Mischief« diese dekadente weiße Gesellschaft der zwanziger Jahre, deren Lebensstil besonders durch Lady Idina Sackville bekannt wurde, die mehrere Ehemänner und zahlreiche Liebhaber verschliss und deren Gäste die Schlüssel ihrer Schlafzimmer in einen Hut warfen, um so den Partner für die Nacht zu finden. Der Spruch »Sind Sie verheiratet, oder leben Sie in Kenia?« war für die Einstellung dieser weißen Gesellschaft bezeichnend.

Masai Mara, Löwen am Büffel-Riss
Masai Mara, Löwen am Büffel-Riss

Das Drama am Mara-Fluss

Geblieben sind  die sengende Hitze und die harte Erde, die wütenden Stöße gegen den Geländewagen austeilt. Und geblieben sind die Gefahren einer wilden Natur. Da ist zum Beispiel das Wildreservat der Masai Mara mit den sanften Hügeln, Akazienwäldern und dem gewundenen Bett des Mara-Flusses. Die Wanderung der Herden im Juli/August aus der Serengeti ist eines der beeindruckendsten Schauspiele der Natur, das wir erleben können. Während Blitze in der Ferne über das Land huschen und sich gewaltige Gewitter durch dumpfes Grollen ankünden, füllt sich die endlose Ebene unversehens mit dem Blöken unzähliger Gnus. Es müssen Hunderttausend, sein, die auf uralten Pfaden den braunen Schlammfluten des Flusses immer näher kommen. Deutlich ist zu spüren, wie der Boden unter dem Stakkato ungezählter Hufe erbebt. In das Blöken der Gnus mischt sich das heisere Bellen der Zebras, der Tiger-Pferde in Sträflingskleidung. In wildem Galopp rast eine Zebra-Herde davon und lässt die Erde unter ihren Hufen erbeben. Dann überziehen sich die zuvor goldgelben Grashügel dunkelbraun, als die erste Welle des gewaltigen Trecks der Gnus den Fluss erreicht. Kiboko-Crossing, Flusspferd-Furt, nennt man die seichte Stelle im Mara River, welche die Herde zu überqueren sucht, begleitet von Gefahr und Tod. 

Für Löwen, Hyänen und Wildhunde sowie die vielen Krokodile versprechen die Tierkörper einen üppig gedeckten Tisch, über dem unablässig Geier und Marabus kreisen. Schnaubend tauchen Flusspferde unter, wenn sich die ersten Gnus in breiter Front in den Fluss stürzen. Von nachdrängenden Tieren geschoben, springen die Gnus das Steilufer hinunter, durchqueren schnell den nur 40 m breiten Fluss, um das gegenüberliegende Steilufer zu erreichen. Doch der Versuch, das Ufer kletternd und springend zu überwinden, misslingt; die Tiere rutschen ab und fallen zurück ins aufspritzende Wasser, das jetzt einem Hexenkessel aus Köpfen und Hörnern gleicht. Weißschäumende Stromschnellen künden von scharfkantigen Felsen unter der Wasseroberfläche, und auf den flachen Uferbänken warten riesige Krokodile mit aufgerissenem Rachen auf Beute. Plötzlich entdeckt der Leithengst eines der Krokodile, das lautlos gleitend in das Wasser abgetaucht ist. Erschreckt springt er zurück, die Gnus geraten in Panik. Verängstigt galoppieren sie am Fuß des Steilhanges entlang flussaufwärts, doch in einem dichten Meer der Leiber drängen andere Tiere nach. Die ersten Gnus schießen in die Tiefe, Hunderte folgen ihrem Beispiel. Bald hat das erste Gnu einen schmalen Einschnitt am Steilufer der Gegenseite erreicht und stolpert unbeholfen über die glatten Steine hinauf in die Böschung, wo es davon galoppiert. Andere Tiere folgen, drängen durch den felsigen Einschnitt, geraten ins Straucheln, werden von Artgenossen zu Tode getrampelt oder kehren zum Fluss zurück, wo sie verzweifelt gegen die Strömung anzukämpfen versuchen. Als die letzten Kraftreserven nachlassen, versinken sie stumm in den braunen Fluten oder werden im tosenden Inferno gegen die Klippen geschleudert, wo sie verenden. Riesige Schnauzen der Krokodile packen unbarmherzig zu und ziehen die Beute mühelos unter das Wasser. Die ersten Geier und Marabus landen neben den toten Tieren. Die Körper einiger ertrunkener Gnus treiben flussabwärts und sammeln sich an Sandbänken und kleinen Buchten. Nur eine halbe Stunde währt das Drama um Leben und Tod am Mara River. Es wird sich immer aufs neue wiederholen.

Masai Mara, Geparden-Familie
Masai Mara, Geparden-Familie
Amboseli, Giraffen vor dem Kilimanjaro
Amboseli, Giraffen vor dem Kilimanjaro

Die grünen Hügel Afrikas 

Das Foto, das viele Betrachter mit Kenia assoziieren, stammt aus dem Amboseli National Park und zeigt eine Giraffe in einer Savannenlandschaft vor dem Hintergrund des schneebedeckten Mount Kilimanjaro. 

Amboseli, Kilimanjaro
Amboseli, Kilimanjaro
Der Kilimanjaro vom Amboseli Nationalpark aus gesehen
Der Kilimanjaro vom Amboseli Nationalpark aus gesehen

Weiter südöstlich, nahe Tanzania, lockt der selten besuchte Lake Jipe zu einem Besuch, der zu Tsavo West gehört. Die Lake Jipe Lodge veranstaltet Bootsfahrten auf dem See und Besuche der nahe gelegenen riesigen, weißen Villa des exzentrischen und in den dreißiger Jahren steinreichen Ewart Grogan, der sich damals auf einem Hügel ein herrschaftliches Haus bauen ließ, das mittlerweile allerdings ziemlich heruntergekommen ist. Dennoch genießt man von den runden Wohnzimmern einen sagenhaften Ausblick auf den Berg und den See. Nördlich davon liegen große Sisalplantagen, ebenfalls von Grogan angelegt, der später 7000 km über Land von Kapstadt nach Kairo zurücklegte - wegen seiner Braut, die er dann aber doch nicht heiratete.

Lake Jipe
Lake Jipe
Samburu Nationalpark, Netzgiraffe
Samburu Nationalpark, Netzgiraffe

Mittlerweile hat sich allerdings die Märchenwelt vom Dschungelreich Afrika, in dem Tarzan sich von Baumast zu Baumast hangelt, endgültig in die Sagenwelt verflüchtigt, ist der dichte Waldgürtel gehörig gelichtet und die Tierwelt dezimiert worden. Dennoch können wir, z.B. im Buffalo Springs-Samburu-Reservat hoch im Norden Kenias eine erstaunliche Artenvielfalt afrikanischer Tiere erblicken: Elefanten und Büffel, Löwen und Giraffen, die in ihren Bewegungen seltsam schwebend wie in einer Zeitlupe vorbeigleiten. Im frischen Grasland, das nach der Regenzeit sprießt, stolzieren Somali-Strauße einher, affektiert wie alte Jungfern. Neben den genügsamen Oryx-Antilopen leben hier die fein gestreiften Grevy-Zebras, deren schwarze Streifen sich nicht unter dem Bauch treffen. Die Tiere sehen mit ihren runden, ausgefransten Ohren irgendwie frech aus und können mit weniger Wasser auskommen als die Steppen-Zebras. Hin und wieder sehen wir Geparden  und als absoluten Höhepunkt der Safari einen Leoparden. »You are a very lucky people« kommentiert unser Guide dieses seltene Glück. Und am Abend erkennen wir von dem Aussichtspunkt der Samburu Lodge unter den zahlreichen Krokodilen wahre Prachtexemplare, die regelmäßig hierher, am Ewaso Ngiro River, kommen. Es ist das Erleben ursprünglicher Natur, das Nebeneinander von beeindruckender Landschaft und zivilisatorischer Geborgenheit, das einen Besuch in Kenia so unvergesslich macht. 

Tsavo East Nationalpark, Löwe nahe der Piste
Tsavo East Nationalpark, Löwe nahe der Piste

Die Seen des Rift Valley

Wer die feine englische Art des Reisens liebt, der kommt in den feudalen Lodges an den  Ufern der zahlreichen alkalischen Seen und heißen Quellen voll auf seine Kosten, die sich auf dem Grunde des Rift Valley wie Perlen an einer Schnur aneinander reihen und allesamt als Nationalparks geschützt sind.  

Der silbern glänzende Lake Naivasha (En-aiposha = See) nahe Nairobi ist der reinste und höchste aller Gewässer im Rift Valley sowie neben dem Lake Baringo der einzige Süßwassersee in Kenia. Bei Kerzenlicht und makellosem Service kann man stilvoll dinieren, während draußen die afrikanische Nacht zu sprechen beginnt. Und wenn am flackernden Kamin der Kaffee oder Tee im „British Style“ zelebriert wird, spürt man etwas von dem eigenartigen Zauber, den die dänische Baronin Tanja Blixen in ihrem Buch »Afrika, dunkel lockende Welt« so eindringlich beschrieben hat. Im nahen Gilgil und dem »Happy Valley« wohnten zu Beginn des 20. Jahrhunderts aristokratische Weiße, die hier ihre hölzernen Schlösser und feudalen Häuser im mittelalterlichen Stil inmitten hübscher Gartenanlagen errichteten.

 

Nakuru, Rothschildgiraffe
Nakuru, Rothschildgiraffe

Der Lake Nakuru (Enakuro = Ort des tanzenden Staubes) im Lake Nakuru National Park präsentiert sich in der Regel als glitzernd blassgrau schimmernde Scheibe mit zahlreichen Flamingos, hinter der sich graublaue Berge erheben. 

Flamingos auf dem Lake Bogoria
Flamingos auf dem Lake Bogoria

Der Lake Bogoria ist bis zu 10 Meter tief, stark alkalisch und schimmert von den vielen Algen dunkelgrün. Die zwischen hohen Felsen eingebettete Erdspalte ist von Scharen rosaroter Flamingos bevölkert. Neben den zahlreichen Flamingos sind die heißen Geysire eine der Sehenswürdigkeiten des Sees. 

Lake Baringo, Abendämmerung
Lake Baringo, Abendämmerung

Der fast tausend Meter tiefer als der Lake Nakuru liegende Lake Baringo ist einer der größeren Süßwasserseen des Rift Valley und bis zu zwölf Meter tief. Je nach Wetterlage schimmert er rostrot oder ockerfarben, in jedem Fall aber milchig-trüb. 

Lake Magadi
Lake Magadi

Etwas abseits der Touristenrouten und von Reisenden kaum besucht liegt der teilweise rote Lake Magadi (104 qkm, magadi =Soda). Das Wasser des drei Meter tiefen, abflusslosen Sees, der nur 580m über dem Meeresspiegel liegt, verdunstet unter der Glut der mengenden Sonne schnell. Zurück bleibt Natriumkarbonat, das je nach Abbauphase kristallweiß, rosa oder indigoblau schimmert. Manchmal gleicht der See einem wellenförmigen, teilweise geschmolzenen Zuckerguss.

Fast einen ironischen Klang erhält das Lied, mit dem Touristen  begrüßt werden, und das diese so gerne nachsingen: »Jambo, jambo bwana, habari gani, mzuri sana, wageni wakari bichwa« - hallo, hallo, mein Herr, wie geht es, fein, du bist willkommen. 

Also dann - willkommen in Kenia! 

 

© Rainer Waterkamp

Menschen in Kenia

Borana

Das Land der Borana liegt das auf einer Geländestufe zwischen dem feuchten Sidamo-Hochland Äthiopiens und der nordkenianischen Wüste. Die Dorf-Siedlungen werden mehrmals im Jahr abgebrochen und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Die Hütten sind aus Lehm und Flechtwerk hergestellt. Jeder Mann durchläuft von der Kindheit bis zum Alter 8 Lebensjahre umfassenden Klassen (Gada). Feste und Zeremonien markieren den Klassenwechsel jeder Gruppe. Aus Eisen oder Aluminium gegossene phallusförmigen kallacha, die während der Gada-Zeremonien von den Männern am Kopf getragen werden, symbolisieren den Übergang von einer Altersstufe in die nächste. Diese werden von Schmieden aus verbündeten Ethnien hergestellt. Ihr Leben konzentriert sich auf die ostafrikanischen Buckelrinder, die im Volksmund »Boran Zebu« heißen und durch kurze Hörner und Buckel gekennzeichnet sind. Diese Tiere sind zäh, können große Hitze ertragen und sind gegen Viehseuchen weitgehend resistent.

El Molo

Am Ostufer des Turkana-Sees lebt das Völkchen der El Molo, das zu einer Touristenattraktion geworden ist und vor allem von dem Geld lebt, das der Dorfälteste jedem Besucher abverlangt. Die Frauen der El Molo, die allesamt eine pechschwarze Hautfarbe haben, unterscheiden sich mit ihren weit ausladenden Perlenbehängen und dem Stirnband kaum von den Frauen der Samburu. 

Kikuyu, Nyeri

Das größte und einflussreichste Volk Kenias sind die Kikuyu. Zu ihnen gehörte der spätere Präsident Jomo Kenyatta. Die Kikuyu bildeten den Kern der bewaffnete »Mau-Mau«-Widerstandsbewegung gegen die britische Kolonialmacht, an deren Ende 1963 die Unabhängigkeit Kenias stand. Die Kikuyu sind die größte ethnische Gruppe in Kenia. Sie gehören zum nordöstlichen Bantu-Zweig. Ihre Sprache ist am engsten mit der der Embu verwandt. Sie leben in der Nähe des Mount Kenya.

Massai, Amboseli Nationalpark

Die Massai sind wohl das bei Touristen bekannteste Nomaden-Volk Afrikas. Sie leben im Süden Kenias (Masai Mara, Amboseli-Nationalpark) und im Norden Tansanias. Bei Frauen ist der kahl rasierte Schädel üblich, ihr farbenfroher Schmuck wird dadurch akzentuiert. Die Frauen tragen leuchtend rote und blaue Gewänder, um den Hals sind zahlreiche Reihen bunter Perlenketten gelegt. Die großen flachen Halskragen sind auf Draht aufgezogen, mit Kuhlederstreifen als Zwischenstücke befestigt. Längliche Ohrgehänge aus bunten Perlen sollen anzeigen, dass eine Frau verheiratet ist.

Die Moran, Nassai-Krieger, die eine Helmfrisur aus ocjerfarbenem Lehm und langen Zöpfen tragen sowie in rote Gewänder gehüllt sind, ziehen mit ihren Müttern, unverheirateten Freundinnen und einer Rinderherde in den Busch und bauen in der Nähe einer Wasserstelle die Manyatta, das Kriegerdorf, auf. Mit etwa 35 Jahren wechseln sie in die Altersklasse der Senioren. Die normale Hütte der Massai, Enkaji, ist wabenförmig und besteht aus getrocknetem Kuhdung ohne Grasdach. Mehrere dieser Hütten bilden die Siedlung der Engkang

Pokot

Die Männer der Pokot tragen einen auffälligen Kopfputz, indem Haarteile von Verstorbenen mit eigenen Haaren verwoben und am Hinterkopf mit graublauem Lehm verschmiert sowie kunstvoll mit Farben bemalt werden. Zum Schlafen benutzen die Männer eine Nackenstütze aus Holz, die wie ein kleiner zweibeiniger Stuhl aussieht und ständig mitgetragen wird.Ständig auf der Suche nach Weiden, errichten die halbnomadischen Pokots nur provisorische Hütten. Noch immer sind sie gefürchtete Viehdiebe, in ständige Auseinandersetzungen verwickelt mit den Marakwet im Kerio-Tal und den Turkana. Sie leben im westlichen Baringo District. 

Die Frauen gehen in Ziegenfellen, die mit Tierfett eingerieben und weich gemacht wurden. Der Rock hängt über der linken Schulter, den Hals schmücken tellerartige Kragen aus Glasperlen, die farbig und steif übereinanderliegen. Große Messingringe hängen an den Ohren und werden, da sie sehr schwer sind, durch eine über den Kopf gelegte Schnur zusätzlich gehalten. Verzinkte Eisen- und Messingdrähte sind zu Arm- und Fußspangen verarbeitet. Nur noch selten sieht man den Pflock aus Knochen oder Metall, der durch die Unterlippe gestoßen wird, doch weit verbreitet ist immer noch das Ausbrechen der beiden mittleren unteren Schneidezähne.

Rendille

Die Rendille leben im Norden Kenias (südlich von Loyangalani und nördlich von Marsabit) und sind mit den benachbarten Samburu verbündet. Während die halbnomadischen Samburu hauptsächlich große Rinderherden halten, besitzen die in der Kaust Desert lebenden Rendite zahlreiche Kamele. Ihre Frauen tragen mehrere Perlenketten um den Hals. 

Samburu

Beim Hirtenvolk der Samburu, das im Wesentlichen von seinen Rinderherden lebt, werden junge Männer im Alter zwischen 16 und 18 Jahren zu »Morans«, männlichen Kriegern. Die Samburu sind meistens in rote Umhänge gehüllt. Die Männer sind mit Speeren, Messern und Pfeilen bewaffnet. Ihre in kleine Zöpfe geflochtenen Haare und Schultern sind mit Ockerfarbe bemalt. Sie werden oft mit den Masai verwechselt und tatsächlich sind ihre Traditionen, Rituale und ihre Sprache miteinander verwandt.

Samburu-Frauen tragen teilweise bis zu zehn Kilogramm vielfarbige schwere Halsketten und ihr Kopf ist oft mit Perlenketten sowie einem kreuzförmigen Stirnschmuck verziert. Die traditionelle Samburu-Frauentracht besteht aus einem roten Tuch, das wie ein Rock um den Körper gewickelt wird (genannt Shukkas) und einer weißen Schärpe.

Turkana, Lodwar

Um den Turkana-See leben die Turkana, die neben Rindern auch Kamele züchten. Die Männer führen meist einen Stock mit sich und einen »ekicholong«, der als Sitzgelegenheit oder Kopfstütze beim Liegen dient. Außerdem haben sie oft ein Horn für Kautabak dabei.

Turkana-Frauen rasieren sich bis auf einen Streifen das komplette Haupthaar. Berühmt sind sie für ihre Perlenketten aus zahlreichen verschiedenfarbigen Glasperlen. Die Frauen tragen auch unzählige Halsringe aus schwarzen Samen und Wurzeln.