Der Westen Kanadas - Natur pur

Banff, Springs Hotel
Banff, Springs Hotel

ROCKY MOUNTAINS

Die Rockies entstanden durch die Kontinentaldrift, die vor 120 Millionen Jahren begann. Ausgangspunkt eines Besuchs ist nach der Landung in Calgary der Ort Banff

 

Sulphur Mountain Gondola
Sulphur Mountain Gondola

Mit der Sulphur Mountain Gondola Seilbahn. Vom kurzen Vista Trail blickt man hinab auf die Stadt im flachen Tal des Bow River, zu den Ausläufern des Lake Minnewanka und über das Tal hinweg auf Mount Norquay und Cascade Mountain.

Vermillion Lake
Vermillion Lake

Westlich der Stadt liegen im Überschwemmungsgebiet des Bow River die drei Vermilon Lakes. In den Seen leben Biber, die viele Dämme angelegt haben, was verhindert, dass die Gewässer zu überwuchernden Schlammlöchern verkommen.

Johnston Canyon
Johnston Canyon

Im überaus reizvollen Bow River Valley mit dem herausragenden Bergstock Castle Mountain, dessen Eisenhower Peak 2.728 m hoch ist, befindet sich 30 km westlich von Banff der Johnston Canyon mit zwei Wasserfällen und sechs Quellen, die wegen ihrer blaugrünen Färbung den Namen Inkpots (Tintenfässer) erhielten. Der Weg beginnt am Parkplatz beim Johnston Creek und führt über Brücken und Stegen ein Kilometer bis zum ersten Wasserfall. Den Canyon sieht man am besten vom 2,7 km langen Johnston Canyon Trail aus.

Lake Louise, Schlosshotel
Lake Louise, Schlosshotel

Der Banff National Park (6641 qkm) in der Provinz Alberta, mit dem Columbia Icefield (325 qkm), dem größten Gletscher der Rocky Mountains, ist Kanadas ältester (1885 unter dem Begriff „Rocky Mountains Park") und bekanntester Nationalpark. Die Hauptsehenswürdigkeit des westlichen Gebirgszuges des Banff National Parks, Front Range genannt, ist der wie ein Jadestein an der Rückseite des Victoria Glacier (3.464 m) liegende Lake Louise (1.731 m), 60 km nordwestlich von Banff, benannt nach Prinzessin Louise Caroline Alberta, Tochter von Queen Victoria und Gemahlin des kanadischen Generalgouverneurs. Der etwa 2 km lange, bis zu 600 m breite und 90 m tiefe See schillert meist türkis- bis dunkelgrün und ist umrahmt von vergletscherten Dreitausendern. 

 

Sehr beliebt ist eine Wanderung zum Plain of Six Glaciers Tea-House, einem rustikalen Café am Plain of the Six Glaciers oder der Bergweg durch den Wald mit sehr schöner Aussicht, der vorbei am kreisrunden Mirror Lake mit zwei bienenkorbförmigen Bergen (Little und Big Beehive) zum Lake Agnes Teahouse am Rand des malerisch gelegenen Lake Agnes führt.

 

Moraine Lake
Moraine Lake

Landschaftlich ähnlich schön gelegen wie der Lake Louise ist der häufig milchig-türkisfarbene Moraine Lake im »Valley of Ten Peaks«, überragt von über 3.000 m hohen, vergletscherten Gipfeln. 

Peyto Lake
Peyto Lake

Der von einer Endmoräne aufgestaute Peyto Lake ist nach dem Bergführer Bill Peyto benannt, der das Gebiet nach 1894 erforschte. Vor der Frühjahresschmelze noch dunkelblau, wird er mit zunehmendem Schmelzwasser immer heller, bis er im Sommer smaragdgrün schimmert.

Knapp 130 km nördlich des Lake Louise erreicht man das Columbia Icefield, das größte zusammenhängende Eisfeld in den Rocky Mountains. Acht Gletscherzungen gehen von hier nach allen Seiten aus. 

Jasper
Jasper

Der Jasper National Park ist der größte Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains, wurde 1907 gegründet und hat seinen Namen von Jasper Hawes, der hier 1817 einen Handelsposten errichtete. Zwei der drei parallel laufenden Gebirgszüge werden vom Park eingeschlossen: im Osten verläuft die Front Range, im Westen die Main Range. Die Stadt Jasper ging aus Fitzhugh hervor, Haltepunkt der Grand Trunk Railway, die mit der Canadian Pacific im Süden konkurrierte.

Spirit Island, Maligne Lake
Spirit Island, Maligne Lake

Von der Stadt führt ein Ausflug zum malerischen Maligne Lake, der im Maligne Valley liegt und der zweitgrößte Gletschersee der Welt ist. Die Szenerie wird beherrscht von majestätischen, schneebedeckten Berggipfeln. Am Ufer des Sees leuchtet das rote Dach des Bootshauses mit der Kanuvermietung. Empfehlenswert ist eine Bootsfahrt zum Südende des Gewässers, wobei man die bekannten Ansichten »The Narrows« und »Spirit Island« passiert. Das tannenbestandene Spirit Island ist eines der meistfotografierten Panoramen dieses Sees. 

Mount Robson
Mount Robson

Westlich von Jasper führt der Yellowhead Highway über den Yellowhead Pass zum Mount Robson (3954 m), dem höchsten und eindrucksvollsten Gipfel der Rockies, von den Indianern yuh-hai-has-hun genannt (»Berg des spiralenförmigen Weges«). Der Mount Robson wirkt deshalb so gigantisch, weil er kantig und unvermittelt fast 3000 Meter senkrecht aufsteigt; meist versteckt er sich hinter dichten Wolken.

Tabakkaw Falls
Tabakkaw Falls

Die Takakkaw Falls gehören mit zu den höchsten Wasserfällen in Nordamerika. Hier springt Schmelzwasser des Daly Glacier über eine Felswand. Dem Namen verdanken sie den Cree-Indianern mit der Bezeichnung für »wunderbar«.

Das Tal des Skeena River ist uraltes Stammesland der Tsimshian-Indianer. In der Umgebung von Hazelton ( in 'Ksan, Kitwanga und Kitwancool) kann man einige sehr schöne Totempfähle der Gitksan-Indianer besichtigen. Hazelton, eine Siedlung des 'Ksan-Stammes der Tsimshian-Indianer, liegt auf einer flachen Landzunge an der Mündung des Bulkley in den Skeena River. 'Ksan Village, in der Nähe von Hazelton am Ufer des Skena River, ist ein indianisches Freilichtmuseum mit kunstvoll geschnitzten Totempfählen im traditionellen Siedlungsgebiet der 'Ksan-Indianer. In original nachgebauten Langhäusern aus Zedernholz werden Aspekte der Indianer-Kultur dargestellt.

Auch in Kitwanga sind die Totempfähle in ihrer natürlichen Umgebung auf einem Feld an einem Fluss zu sehen, wobei sich ein schöner Blick auf die Seven Sisters Mountains öffnet.

Prince Rupert
Prince Rupert

Die Hafenstadt Prince Rupert besitzt den größten natürlichen Hafen der Nordwestküste, nahe der Mündung des Skeena River in den Pazifik auf der Insel Kaien Island gelegen. Im Zentrum der Stadt sind noch zahlreiche Gebäude aus der Gründerzeit erhalten. 

Die Coast Mountains beherrschen mit Mt. Hays (732 m) und Mt. Oldfield (575 m) das typisch wilde Küstenpanorama.

Die Fahrt nach Stewart führt über das Cambria-Schneefeld und bietet spektakuläre Ausblicke auf den in allen Blautönen schimmernden Bear Glacier, einem der schönsten Gletscher der Coast Mountains, der direkt bis an die Straße reicht.

Bear Glacier
Bear Glacier

Die Inside Passage ist eine durch zahlreiche Inseln geschützte Wasserstraße vor der kanadischen Pazifikküste. Beliebt ist insbesondere die 15stündige Schiffsfahrt von Prince Rupert nach Port Hardy an der Nordostspitze von Vancouver Island.

Inside Passage
Inside Passage

Port Hardy und Telegraph Cove
Telegraph Cove, das wir im Norden von Vancouver Island erreichen, ist die »Walhauptstadt Kanadas« und auf Holzpfählen über dem Meer erbaut. Häufig hängen tiefe Wolken über dem Ort und tauchen das hübsche, malerische Fischerdorf in ein diffuses Licht. Telegraph Cove hat einige zierliche, signalrot, marineblau und dunkelrot angestrichene Häuser, die sich um die winzige Bucht gruppieren.
Im Hafen hinter dem Haus dümpeln die Motorboote, welche uns zum „Whale Watching" in die Johnston Strait bringen, wo von Mai bis Oktober eine Herde von Orcas lebt, auch Schwertwale oder Mörderwale (Killerwhale) genannt, weil sie sich auch von Meeressäugern wie Seelöwen und Tümmlern ernähren. Mittels Unterwassermikrophon und Verstärker können wir hören, wie die Tiere sich mit verschiedenen Lauten verständigen. Im nahegelegenen Robson Bight, Naturreservat seit 1982, bringen etwa 20 Walfamilien ihre Jungen zur Welt. 

 

Orcas bei Telegrah Cove
Orcas bei Telegrah Cove

Port Alberni 

Zunächst gelangen wir nach Port Alberni, der größten Stadt an der Westküste. Am Alberni Harbour Quay befinden sich einige Geschäfte und Restaurants. Am Hafen lohnt der Besuch des Marktes; in der Nähe befindet sich das Alberni Valley Museum für lokale Volkskunst und Fischereiwesen. Am Fuße der Argyle Street bietet der Clock Tower einen schönen Panoramablick über Stadt und Hafen. Ab Port Alberni versinkt die Stadt geradezu im Regenwald. Das Klima ist feucht und drückend.

Port Alberni
Port Alberni

Pacific Rim National Parc 

Beiderseits der Alberni Inlet zieht sich der Pacific Rim National Parc hin, der 1970 gegründet wurde. Er gliedert sich in Long Beach (wenige Kilometer südöstlich von Tofino) mit reizvollen langen, windgepeitschten Sandstränden, eingerahmt von senkrecht abfallenden dunklen Felsen und Klippen, Restaurant sowie üppigem Regenpark, zweitens in die Broken Group Islands sowie drittens dem West Coast Trail, entlang einer 1890 eingerichteten Telegraphenlinie eingerichtet, welche die einzelnen Leuchttürme miteinander verband. 

Pacific Rim National Park
Pacific Rim National Park

Als 1983 in der Ortschaft Chemainus die Sägemühle ihre Arbeit einstellte, versiegte die wichtigste Einnahmequelle. Die Gemeinde gab daraufhin Wandgemälde für die Gebäude der Stadt in Auftrag, die heute eine Sehenswürdigkeit sind. 

Chemainos
Chemainos

Nördlich von Victoria auf Highway 17A befinden sich die Butchart Gardens, 1904 entstanden aus einem Garten von Jennie Butchart, der Frau eines wohlhabenden Steinbruchbesitzers. Die größte Gartenschau Kanadas zeigt verschiedene Motivgärten (Rosengarten, Japanischer Garten, Italienischer Garten usw.) und zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Blumen. So blühen im Frühling hier Tulpen, Vergissmeinnicht, Rhododendren und Dogwood-Sträucher, liegt im Sommer der Duft von Rosen, Fuchsien und Begonien in der Luft, verzaubern im Herbst unzählige Dahlien, Chrysanthemen und Ahornbäume.

Butchart Gardens
Butchart Gardens

Vancouver - Tor zum Pazifik

Neben San Francisco und Sydney wird Vancouver, das näher an Japan und China liegt als an Europa, mit seiner futuristischen Skyline, umrahmt von tiefgrünen Wäldern und schneebedeckten Bergen an der Mündung des Fraser River, häufig als die „schönste Stadt der Welt“ genannt. Im Norden wird die Stadt von den Coast Mountains überschattet, im Westen erheben sich die Gipfel von Vancouver Island, und rund um die Stadt breitet sich Wildnis aus.

Canada Place und Yachthafen
Canada Place und Yachthafen

Herz der Stadt ist ein kleines, daumenförmiges Gebiet, das aus der Halbinsel herausragt. Im Zentrum dieses Herzens von Vancouver verläuft die Robson Street, eine belebte Einkaufsstraße mit kleinen Geschäften, Andenkenläden, eleganten Boutiquen und Restaurants sowie Cafés. Hier trifft sich die Szene, flanieren die hübschen Frauen und amüsiert sich die Schickeria. Die Straße kreuzt die seit 1976 für den Autoverkehr gesperrte Granville Mall (zwischen Nelson und Hastings Street) und ist die Haupteinkaufsstraße von Vancouver. Hier befindet sich auch das Orpheum Theatre, Konzerthaus und Sitz des Vancouver Symphony Orchestra.

Am Gerichtshof
Am Gerichtshof

Das alte Gerichtsgebäude steht der modernen Konstruktion gegenüber, seine würdigen klassizistischen Mauern bergen heute die Vancouver Art Gallery. Das Gebäude wurde 1907 von Frances Rattenbury entworfen, dem führenden Architekten seiner Zeit. Die Neugestaltung des Inneren wurde von Arthur Erickson vorgenommen, dem international anerkannten Architekten aus Vancouver, der auch für den modernen Komplex am Platz verantwortlich zeichnete

Spiegelungen am Marine Building
Spiegelungen am Marine Building

Dahinter leuchten die grünspangefärbten Kupferdächer des traditionsreichen Hotels Vancouver. Am Südrand des Platzes erhebt sich die siebenstöckige gläserne Pyramide des neuen Court House (1979) mit einem schräg abfallenden filigranen Glas- und Stahlfachdach auf dem massivem Betonbau. 

 

Harbour Park

Das Harbour Centre ist ein moderner Hochhauskomplex mit großem Einkaufszentrum sowie Drehrestaurant und Aussichtsplattform im 40. Stock, beide erreichbar über zwei außen verlaufende gläserne Aufzüge. Vom modernen, luxuriösen Waterfront Centre Hotel genieße ich einen schönen Blick über den Hafen.

Harbour Park
Harbour Park

Gastown
Gleich hinter dem Harbour Centre beginnt am Ostrand die »Gastown«, ein Teil der Altstadt mit backsteingepflasterten Bürgersteigen unter schattenspendenden Bäumen, antiken Straßenlaternen, restaurierten Gebäuden der viktorianischen Zeit und ehemaligen Lagerhäusern, die heute Bistros, Bars, Straßencafés, Restaurants, Boutiquen, Galerien und Souvenirläden beherbergen. Nicht selten verbergen sich hinter den historischen Ziegelbauten moderne Architekturbüros, Design-Agenturen, Filmgesellschaften und Hightech-Firmen. 

Statue von Gassy Jack
Statue von Gassy Jack

Das Viertel entstand, als John Leighton (1830-75) mit dem Beinamen »Gassy (geschwätziger) Jack« 1867 einen »Saloon« für durstige Arbeiter eröffnete. Sein bronzefarbenes Abbild auf einem Whiskyfass steht am Maple Tree Square. Hier steht auch die Steam Watch, eine Dampfuhr aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, die von einem Raddampfer stammt und jede Viertelstunde pfeifend ihren Dampf ausstößt. 

Steam Clock
Steam Clock

Stanley Park

Westlich der Innenstadt befindet sich der Stanley Park, der größte Stadtpark in Nordamerika, mit zahlreichen Freizeiteinrichtungen. Die grüne Lunge der Stadt wurde 1888 von Lord George Stanley of Preston für das Publikum freigegeben, dem damaligen Generalgouverneur von Kanada, und zeigt Totempfähle (totem poles) verschiedener Indianerstämme der Nordwestküste.

Victoria – unvollendeter Endbahnhof der Eisenbahn

1871 wurde Victoria, das 1843 als Fort der Hudson's Bay Company gegründet worden war, zur Provinzhauptstadt von British Columbia erklärt. Sie sollte eigentlich der westliche Endbahnhof der Canadian Pacific Railway werden, aber der Schienenstrang endete in Vancouver. Dafür machte die Eisenbahn der Stadt 1908 ein Geschenk mit dem Bau des prachtvollen Empress Hotels. Damit wurde eine Tourismusindustrie angekurbelt, die bis heute floriert. Am reizvollen Inner Harbour führt die mit Blumen geschmückte Uferpromenade (Lower Causeway) entlang.

 

Empress Hotel
Empress Hotel

Parliament Building 

Am Südende der Hafenbucht liegt etwas erhöht schräg gegenüber vom Empress Hotel der pompöse Gebäudekomplex des Parliament Building (1897) aus einer Mischung von viktorianischen, romanischen und Stilelementen der Renaissance. Auf der kupfergedeckten wuchtigen Hauptkuppel thront die vergoldete Statue von George Vancouver. Umgeben wird das Haus der Gesetzgebung mit kunstvoll gewölbtem Eingang von einer großzügigen Parkanlage mit Statue der Königin Victoria.

 

 

 

Parliament Building
Parliament Building

 

© Rainer Waterkamp