Verlassene Burgen im Süden Rajasthans

Fort Gagron

Fort Shergarh

Kakuni

© Rainer Waterkamp

Fort Gagron

 

 

Sieben Kilometer nordwestlich von Jhalawar entfernt liegt die berühmte Festung Gagron, einer Jaladurg (Wasserburg), umgeben von den Flüssen Ahu und Kali Sindh. Sie wurde 1561 von Akbar (1542-1605, regierte 1556-1605) erobert, nachdem Sultan Ala-ud-din Khalji von Delhi (regierte 1296-1316) sie elf Jahre lang erfolglos belagert hatte. Auch hier erfolgte das grausame Ritual des Jauhar. 1715 überließen die Moguln das Fort dem Herrscher von Kota. Ein kleiner Tempel im Innern des Forts besitzt Statuen von Durga, Shiva und Ganesh. Außer den beiden Außen-Toren befinden sich innerhalb des Forts noch drei weitere Tore (Ganesh Pol, Bhairay Pol und Suraj Pol), zudem besitzt das Fort zwei Türme (Ram Burj und  Dhwaj Burj). Es gibt einige Sehenswürdigkeiten wie Diwan-i-Am, Diwan-i-Khas, Janana Mahal ohne Ornamentik, Madhusudan Temple und Rang Mahal. Die Überbleibsel der einstigen Palaststadt mit ihren Kasernen und Ställen sowie der Residenz sind heute kaum noch erkennbar. Immerhin lassen sich noch Relikte kunstvoll skulptierter Wände und überdachter Balkone erkennen. Das Fort, seit 2013 Unesco-Weltkulturerbe, ist stark zerfallen und ohne Guide schwer zu erkunden.

 

In der Nähe befindet sich auch der Schrein des Sufi-Heiligen Mittheshah, der hier 1353 gestorben sein soll.

 

 

Fort Shergarh

 

 

Die Festung von Shergarh stammt aus dem Mittelalter und liegt nordöstlich von Jhalawar (62 km, RJSH1 und MDR4 bis Shree Shiddeshwar, dann südlich). Sie befindet sich nördlich des Chambal-Flusses, wurde 1540 erbaut und leitet ihren Namen vom afghanischen Sultan Sher Shah (auch Sher Khan, 1486-1545) her. Shergarh (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Fort bei Dhaulpur) war ursprünglich als eine Verteidigungsanlage und wichtiger Grenzposten des Fürstentums Kota gegen die Mewar-Herrscher gedacht, besitzt vier Tore und einige Paläste sowie einen Hanuman-Tempel. In den Wänden des Forts findet man interessante Statuen und Ikonen aus verschiedenen Epochen. Man betritt das Fort durch ein großes Tor vom Osten.

 

 

Auf dem Weg von Shergarh nach Baran befindet sich auf der rechten Straßenseite ein alter Hindu-Tempel, der einen kurzen Stop lohnt. Er enthält interessante Friese, die Götter, Elefanten und erotische Szenen zeigen.

Kakuni

Südöstlich von Jhalawar liegen am Ufer des Pavan River die Ruinen von Kakuni (66 km, NH52), einer einst prunkvollen Tempelanlage aus dem 8. Jahrhundert, die Shiva gewidmet ist. Früher war Kakuni eine große Stadt sowie ein wichtiges  ökonomisches und religiöses Zentrum. Heute sind noch einige Reste von Vaishnava- (Vishnu-), Shiva- und Jain-Tempeln zu sehen. Hier gibt es ein lebensgroßes Kultbild von Ganesha sowie einen shivalinga aus dem 8. Jahrhundert. Über 60 Prozent der Statuen des Tempels befinden sich mittlerweile in den Museen von Kota und Jhalawar.

 

Man kann auch noch die Überreste des Bhimgarh Forts besichtigen (nicht zu verwechseln mit dem auch als Reasi-Fort bekannten 1990 renovierten Fort Bhimgarh, 64 km nordwestlich von Jammu).

© Rainer Waterkamp