Urkunde zum Besuch der Isla del Sol, Titicacasee

Bolivien

Meine Reisen

14.Januar 1973 - 31. Januar 1973 (La Paz, im Rahmen der Südamerika-Rundreise)

 

29.Juli 1986 - 26. August 1986 ((Panamaricana-Reise: Bolivien mit Peru und Ecuador)

 

25. Juni 1999 - 11. Juli 1999

 

23. Juni 2000 - 6. Juli 2000

 

Literatur

Bolivien - selbst entdecken, Regenbogen-Verlag, Zürich 2005 –ISBN: 3-85862-460-8 

 

Secret Places. 100 unbekannte Traumreiseziele weltweit, Bertelsmann, München 2019, (1. und 2. Auflage 2020)  Beitrag »Boliviens Süden«, -ISBN-13: 978-3-7343-1272-4

Reportage: Auf dem Altiplano Boliviens

Salar de Uyuni - größter Salzsee der Anden

Uyrni ist zwar ein unansehnliches Städtchen im südlichen Teil des bolivianischen Altiplano, doch von hier führt eine sehr interessante Route in den Süden mit wunderschönen Lagunen. Der nahe gelegene Salar de Uyuni ist der größte Salzsee der Anden. Der Untergrund der riesigen Salzpfanne ist vulkanischen Ursprungs, und hin und wieder brechen blubbernde Salzquellen, sogenannte »ojoso« (»Augen des Salars«) durch die Salzkruste an die Oberfläche. 

Auf einer Schotterpiste geht es zunächst über Chuvica nach Colcha K, wo die Pässe von einem Soldaten kontrolliert werden, auch das verlassene Dorf Chiguana ist heute ein Militärposten. Erst Tola-Büsche, dann weiße Salzwüste und endlich Wildgräser begleiten die Fahrt zum Hochplateau, wo die Landschaft zur Geröllwüste mit spitzen Lavasteinen wird. Das Bergpanorama überragt in der Ferne der 5865 Meter hohe Vulkan Ollagüe. Weiter führt die Route durch ein weites graues Tal, dessen Boden mit ausgebleichten Yareta-Moosen bedeckt ist, die wie aufgeworfene Maulwurfshügel aussehen und als Brennmaterial genutzt werden.

Auf dem Hochplateau liegen fünf Lagunen, die jeweils durch eine Bergkuppe getrennt sind.

Am Ufer der Laguna Canapa, die rund 60 Kilometer südlich von Chiguana erreicht wird, erblickt man "wildes Stroh" (Paja Brava). 

Zwischen die beiden Vulkane Caquella und Araral eingebettet liegt acht Kilometer weiter die Laguna Hedionda, deren Name »scheußlicher Geruch" bedeutet - und tatsächlich riecht sie nach faulen Eiern. Hier tummeln sich Hunderte von Flamingos, die man sonst nur in tropischen Gebieten erwartet hätte. Sie stehen hier auf viereinhalbtausend Meter Höhe und trotzen den Temperaturen, die selbst am Tag kaum über den Gefrierpunkt steigen.

Nur vier Kilometer weiter gelangt man zur Laguna Chiar Khota (Charcota), der schwärzlich-bleigrauen Schlamm-Lagune mit einer Ausdehnung von zwei Quadratkilometern. 

Das Wasser der nach fünf Kilometern erreichten Laguna Honda, der »tiefen Lagune«, schimmert grün wie ausgeblichenes lade-Gestein. 

Daneben erstreckt sich am Fuße des 5595 Meter hohen Berges Ascotán die Laguna Ramaditas.

Berg der sieben Farben

Erneut steigt die Straße an; 1 7 Kilometer führt sie durch Wüstenlandschaft und ein Geröllfeld, dessen Anhöhe »Paso del lnkao« genannt wird. Die von der Natur gemeißelten bizarren rotbraunen Steinformationen zaubern im Schatten der Sonne überraschende Silhouetten, deren Reliefs an Plastiken von Rodin, Henry Moore oder Ciacometti erinnern. In der Pampa Siloli gibt es weder Pflanzen noch Tiere. 

lm Osten taucht der Cerro de Siete Colores auf, der Berg mit sieben verschiedenen Rot- und Brauntönen. 

Dann öffnet sich der Vorhang aus braunem Sand und grauem Staub und gibt den Blick frei auf fantastisch verformte Skulpturen, die der Wind, der fantasievolle Designer, hier geschaffen hat. Der sechs Meter hohe Fels Árbol de Piedra, der »Baum aus Stein«, ähnelt mit seiner braunen Färbung einem vertrockneten, sturmgepeitschten Baum.

Die rote und die weiße Lagune

Der wohl spektakulärste See, die Laguna Colorada, liegt auf 4775 Metern Höhe rund 60 Kilometer südlich des Paso del lnca. Die ganze Palette vom zarten Rosa bis zum tiefen Blutrot erstrahlt im Laufe eines Tages jeweils mit dem wechselnden Sonnenstand. Erst am Spätnachmittag zeigt sich der See als "Rote Lagune«, deren Wasser durch pflanzliches und tierisches Plankton rot gefärbt ist. ln den nord- und südöstlichen Sektoren wachsen grüne Algen. Weiße Borax-lnseln treiben wie kleine Eisberge auf dem roten See, von dem sich die Ufer mit leuchtend weißen verkrusteten Gips- und Salzablagerungen  abheben.

Insgesamt 200 Kilometer lang ist der Weg zur Laguna Celeste und wieder zurück. Der Abstecher führt über einen schmalen Grat mit endlos vielen Kurven zunächst durch die Bergwelt zum Militärstützpunkt Queteña, wo die Papiere kontrolliert werden. Anschließend geht die Fahrt weiter durch einen fantastischen Canyon und schließlich zur Laguna Celeste, über deren blauem Wasser ein weißer Kältehauch liegt.

Geysire und Vulkane

Während der Weiterfahrt erblickt man eine unwirklich scheinende Landschaft. Das einzige Leben kommt hier aus dem Bauch der Erde: Immer wieder trifft man 45 Kilometer südlich der Laguna Colorada auf brodelnde Geysire wie den Sol de Mañana, schwefelgelbe Lava-Schlammlöcher, aus denen giftig-grünes, kochendes Wasser hervorblubbert. In einem weiteren Tal trotzen einzelne Gesteinsblöcke der Verwitterung. In Bodennähe ist jedoch aufgrund der schleifenden Wirkung des ständig fegenden Sandes die Erosion schon weiter fortgeschritten. Dadurch entstanden schmale Sockel, auf denen sich die Felsen wie Pilzköpfe erheben und an die Bilder Salvador Dalis erinnern. 

Am Horizont taucht hinter den dunklen, durch Erosion völlig nackten Bergketten das weiße Schneehaupt des fast 6000 Meter hohen Vulkans Licancábur auf, eines der beeindruckenden Schichtvulkane an der bolivianisch-chilenischen Grenze. Er gehört zu den wenigen Vulkanen der zentralen Anden, die gegenwärtig aktiv sind. Beim Licancábur freilich quillt nur gelegentlich Rauch aus dem Krater. Am Fuße des Berges glitzert die Laguna Verde, 60 Kilometer vom Sol de Mañana entfernt. Die hohe Konzentration von Blei, Schwefel und Kalziumkarbonaten lässt das Wasser gegen Mittag und am frühen Nachmittag, wenn die Sonne in einem leicht schrägen Winkel auf das Wasser trifft, smaragdgrün schimmern. In dem eiskalten, glasklaren Wasser spiegelt sich der schneebedeckte Gipfel des Bergriesen, der schon aufragte, als an dieser Lagune die lnka Menschenopfer darbrachten. Von hier sind es noch 16 Kilometer zur Grenze nach Chile bei Hito Cajón.

 

Landschaften, Sehenswürdigkeiten

Menschen in Bolivien

Frau in Copacabana, Titicacasee 

Der Bowler ist ein steifer und abgerundeter Hut, welcher 1849 erstmals in London von William Bowler gefertigt wurde. Heute tragen die »Cholitas«, wie die traditionell gekleideten Frauen in Bolivien genannt werden, zu ihren Volantröcken diesen Hut, der in der Mitte des Kopfes thront.

Tarabuco

In Tarabuco gibt es einen der interessantesten Sonntagsmärkte in Bolivien. Unverheiratete Frauen tragen als Kopfbedeckung den Fockollu, der wie ein türkischer (schwarzer) Fes aussieht, während ältere und verheiratete Frauen sich mit dem tibetanisch anmutenden Killa montera schmücken.

Die Männer von Tarabuco kleiden sich mit farbenprächtigen roten Ponchos (Unkus), Umhängetaschen (Chuspas), silberbeschlagenen Ledergürteln und sporenbewehrten Holzschuhen. Man ahmte auch die Helme der spanischen Konquistadoren nach, nur dass man statt Blech als Material Kuhleder nahm (Monteras).