Australiens Süden

 

Meine Reisen

 

25. Februar 1989 - 16. März 1989 (Mumbai - Singapur - Johore Bahru/Malaysia - Adelaide - Mt.Gambier - Alice Springs - Melbourne - Philipp Island - Canberra - Sydney - Goldküste mit Coolangatta - Brisbane - Hongkong - Macao - Zhong Shan)

 

14. Mai 1993 - 30. Mai 1993 (Darwin - Alice Springs - Cairns - Sydney)

 

31. Dezember 1983 - 13. Januar 1984 (London - Karachi - Manila - Melbourne - Sydney - Singapur - Bangkok, Ayuthaya)

 

 

Literatur

 

Australien. Globetrotter, artcolor-Verlag, Hamm 1989 , 1990, Neuauflage 1993–ISBN: 3-89261-084-3, 3-89261-332-X

Flug mit der legendären "Tiger Mouth" über das Barrier Reef

An der Südküste

Adelaide, Park
Adelaide, Park

Adelaide, Hauptstadt von South Australia, strahlt Würde aus und mittelstädtische Eleganz. Die Stadt mit ihren schnurgerade angelegten breiten Boulevards war die erste Siedlung in Australien, die nicht von Sträflingen errichtet wurde. Zu beiden Seiten der Rundle Mall drängen sich Kauflustige durch die Fußgängerzone entlang der Kaufhäuser, Cafés, Boutiquen und Buchläden. Inmitten der Straße eine Fontäne und ein Restaurant, Blumenstände und Straßenunterhalter, an den Seiten die Eingänge zu kühlen Arkadengängen. Aushängeschild ist eine große Skulptur aus zwei übereinander liegenden Stahlkugeln, in denen sich das bunte Treiben rundum eindrucksvoll spiegelt.

Stahlkugeln
Stahlkugeln

Adelaide besitzt breite, baumbestandene Alleen und viele Parks, weshalb die Stadt auch >Garden City< genannt wird. Das Parliament House wurde aus Marmor von Kapunda und grauem Granit aus Victor Harbor erbaut. An einem Kriegerdenkmal vorbei gelangt man zum Museumskomplex mit State Library, South Australian Museum und Art Gallery of South Australia sowie den Gebäuden der Universität. 

Art Gallery of South Australia
Art Gallery of South Australia

Den größten und schönstenPlatz der Stadt (Victoria Square) säumen das Treasury Building, das State Administration's Centre, das Polizeipräsidium, das aus rotem Sandstein erbaute Gebäude des Obersten Gerichtshofes und die St. Francis Xavier's Cathedral.

St. Francis Xavier's Cathedral
St. Francis Xavier's Cathedral

Die St. Peter's Cathedral von Adelaide ist eine der schönsten Kirchen des Kontinents. 

St. Peter's Cathedral
St. Peter's Cathedral

Im Stadtteil Glenelg kann man sich eine 40 Meter lange Nachbildung des Dreimasters H. M. S. Buffalo ansehen, der 1836 mit den ersten Einwanderern hierher kam, um die Kolonie South Australia zu gründen.

HMS Buffalo
HMS Buffalo

Die Strecke von Warrnambool bis Melbourne über die Great Ocean Road führt durch die faszinierendste Küstenlandschaft Australiens. Die spektakuläre Strecke führt durch den Port Campbell Nationalpark.

Port Campbell Nationalpark mit den "Zwölf Apostel"
Port Campbell Nationalpark mit den "Zwölf Apostel"

An den zerklüfteten Felsen der Steilküste schäumt die Brandung. Entlang felsigerBuchten hoch über dem Meer kann man sich einen Eindruck von der Wucht der Naturgewalten machen. Wild und ungezähmt bestürmt der Ozean die Küste, zermahlt er die Felsen aus Sandstein zu feinem Sand, hämmert er gewaltige Tunnel und Krater in die trutzigen Klippen-Felswände. Gewaltige Wellenbrecher legen dem Betrachter einen Saum weißer Schaumkronen zu Fü.en, der sich an hohen Felsen bricht und auf seinem Rückzug ins Meer ein schillerndes Grün erkennen läßt. Dort, wo sich die langen Wellen mit dem hell-gelben Sand vereinen, bildet sich eine Brandung wie schwach geschlagene Sahne, die flauschig zerfließt. Dem Auge bieten sich kräftige Rottöne, Ocker, Gelb und glitzernde Weißtöne, die in der flimmernden Weite verwaschen.

Die lange Küstenlinie im Südwesten Victorias präsentiert eine der atemberaubendsten Szenerien Australiens. Von stürmischen Winden und Gezeiten getrieben, donnert die wilde See an eine spektakuläre Felswand, an hohe steile Cliffs, schneidet zahlreiche Meereshöhlen in das Gestein, formt Schluchten, Gewölbe und einzelstehende Säulen aus Stein. Diese Küste ist dramatisch und furchterregend. Die Klippen, bis 150 Meter hoch, fallen senkrecht ab in das tosende Meer mit schaumgekrönten Strudeln, tückischen Rissen und wogender Gischt. Selbst wenn der Wind nur sanft weht, ist das Toben der See zuhören. Meterhoch brechen sich die Wellen zu schäumender Gischt. Im Nachmittagslicht werfen die Felsklippen endlos lange Schatten. Im Gegenlicht verleihen sie der zerklüfteten Landschaft eine bizarre Faszination. Die Küste schimmert in prächtigem, nur von den Schatten einiger Meeresvögel unterbrochenem Purpur.

Ehrfurchtgebietend erheben sich die Felsspalte von Loch Ard Gorge und die London Bridge, der hübsche, doppelbogige Vorsprung, über dem Meer. An einem klaren Tag mag Loch Ard Gorge auf den ersten Blick recht idyllisch scheinen. Doch der Eindruck trügt, denn es gibt tückische Unterwasserströmungen und der Strand wird ständig durch laute, unheimliche Winde gefegt.

London Beridge, mittlerweile eingebrochen
London Beridge, mittlerweile eingebrochen

Eine Vorahnung hiervon bekommt man am Eva Carmichael Cave mit riesigen, zernagten Sreilklippen.

Kleine, zauberhafte Pinguine leben in den Klippen, Nester der Muttonbirds finden sich in dichten Kolonien auf dem Muttonbird Island. Diese Vögel fliegen jedes Jahr 24 000 Kilometer weit, kommen im Oktober nach Port Campbell und fliegen im darauffolgenden April wieder fort, um den nördlichen Sommer in der Bering-See zu verbringen.

Muttonbird Island
Muttonbird Island

Die Felsen und das Hinterland sind aus feinem Sandstein, der vor 25 Millionen Jahren auf dem Meeresgrund entstand und dann über den Meeresspiegel gehoben wurde. Da die Felsen von unterschiedlicher Härte sind, hat der unaufhörliche Prozess der Erosion die ausgemeißelten Steinquader in unterschiedlicher Geschwindigkeit wegradiert. Die verschiedenen Felsgebilde der Küste sind durch ein Zusammenwirken von Wind, Regen und Wellengang entstanden.

Port Campbell, Zwölf Apostel
Port Campbell, Zwölf Apostel

Und dann sieht man sie, die zwölf verwitterten Felsen der >Zwölf Apostel<, die über 100 Meter aus dem Meer emporsteigen. Sie sind zweifellos die eindrucksvollsten Formationen. Die schmalen Gesteinspfeiler erheben sich trutzig über der stürmischen See; einige erreichen eine Höhe von 100 Metern. Doch mehr als alle anderen Felsen entlang der Küste sind sie alt und abgetragen. Irgendwann wird die unermüdlich anstürmende See gewinnen, und ein Apostel nach dem anderen wird in das aufgewühlte Meer stürzen. Schon heute sind es nur noch acht, die übrig geblieben sind.

Melbourne, Skyline
Melbourne, Skyline

Zwischen Melbourne, der Hauptstadt Victorias, und Sydney, Hauptstadt von New South Wales, gibt es einen erbitterten Wettstreit um die Frage, welche Stadt die schönste sei.

Melbourne wurde nicht, wie Sydney, von Sträflingen gegründet, sondern von waghalsigen Unternehmern. Der gewiefte Spekulant Batman hatte den Eingeborenen das Land abgeluchst. Der offizielle Name entstand nach Lord Melbourne, einem Regierungsoberhaupt in London.

Melbourne ist eine britisch-kühle und elegante Stadt, in der die Ansichten und Verhaltensweisen konservativ sind. Man kleidet sich korrekt und hält sich für kompetent in Fragen des guten Geschmacks. Das australische Establishment ist hier zu Hause und prägt das gesellschaftliche Leben dieser zweitgrößten Stadt Australiens. Die Metropole ist ideal fürs Shopping. Alles liegt dicht beieinander und ist bequem zu Fuß zu erreichen. Im Einkaufsviertel Exhibition-, Collins-, Elizabeth- und Londsdale Street kommt jeder Geschmack auf seine Kosten, finden sich eine Unmenge von Läden, Kaufhäusern, Reisebüros, Boutiquen und Straßenrestaurants. Eleganz und internationale Haute Couture geben sich hier ein Stelldichein, Waren-, Galanterie- und Spezialgeschäfte reihen sich aneinander. Die feingliedrige Royal Arcade führt zur Bourke Street Mall. Bis auf die Straßenbahn ist dieses Straßenstück für den Verkehr gesperrt. Hier bummeln die Passanten, spielen die Straßenmusikanten auf.

Das Parlament mit seinen gewaltigen Säulen thront über einer Flucht von Stufen, eingefaßt von aufgereihten, roten und goldenen Kandelabern. 

Melbourne, Parliament
Melbourne, Parliament

Dahinter erheben sich die drei Türme der im englischen Gotikstil erstellten katholischen Kathedrale St. Patrick. Die neogotische, anglikanische Kathedrale St. Paul erstrahlt in der ganzen Pracht ihrer mit Spitzgiebeln geschmückten Fassade und reckt die drei Glockentürme sowie den massiven Vierungsturm stolz in den blauen Himmel.

St. Patricks & St. Pauls
St. Patricks & St. Pauls

Die Exhibition Buildings, in denen die Weltausstellung 1880 stattfand, sind aus Holz und Glas im viktorianischen Stil errichtet worden und dienen heute als Ort für Kongresse und Veranstaltungen.

Exhibition Building
Exhibition Building

Am Ende einer Zypressenallee erhebt sich das Mahnmal zu Ehren aller Kriegsopfer. Der shrine aus griechischem Fronton mutet mit seinen pyramidenartigen Stufen aztekisch an. Die untergehende Sonne taucht dieses Denkmal in einen goldenen Strahlenkranz.

Melbourne, Kriegerdenkmal
Melbourne, Kriegerdenkmal

Der Bahnhof mit seiner eigentlich unmöglichen Farbkomposition aus schokoladenbraun, olivgrün, bonbonrosa und himmelblau hat sogar den ersten Preis eines internationalen Wettbewerbs erhalten.

© Rainer Waterkamp