Äthiopien

Meine Reisen

 

28. Dezember 1987 - 11. Januar 1988 (Trekking zu den Surma)

24. Dezember 1990 - 13. Januar 1991 (Süd-Äthiopien)

1. November 1996 - 22. November 1996 (Nord-Äthiopien)

 

Literatur 

 

Äthiopien, Goldstadt-Verlag, Pforzheim 1999 –ISBN: 3-89550-203-0

Secret Places. 100 unbekannte Traumreiseziele weltweit, Bruckmann, München 2019 (1. und 2. Auflage), Neuauflage 2020. Beitrag »Lalibela«, -ISBN-13: 978-3-7343-1272-4.

Am blauen Fluss in den grünen Bergen. Reise in den Südwesten Äthiopiens, FAZ, 9. Juni 1988

Trekking-Tour in Äthiopien, reiseJournal, Nr.3/4 1989

Nur für Krieger: der männliche Haarschopf. In den Süden Äthiopiens, FAZ, 7. März 1991

Bei den Tellerlippen-Frauen. Südäthiopien, Outdoor, Januar/Februar 1991

Unbekanntes Afrika. Durch Süd-Äthiopien, Off Road, Oktober 1991

Etiopia. Raid nel continente nero, Auto & Fuoristrada, Ottobre 1992

Awash-Nationalpark
Awash-Nationalpark

Völker in Äthiopien

Afar

Die Danakil-Senke ist das Land der schwarzhäutigen Nomaden, die man Afar nennt. Die Männer tragen lange, fließende Gewänder, die Frauen gehen oft mit nacktem Oberkörper. Die Menschen haben scharfe arabische Gesichtszüge, oft auch Habichtnasen. Die Augen sind nicht selten blutunterlaufen, viele Männer tragen rotgefärbte Bärte. Blutrache wird praktiziert; ein junger Mann, der einen Feind erschlagen hat, ist berechtigt, eine Feder im Haar zu tragen. Kennzeichnend sind messingsgebundene Lederriemen, die am Messer oder Gewehr befestigt sind - für jeden erfolgreichen Totschlag einen. Ein junger Mann, der einen Feind erschlagen hat, ist berechtigt, eine Feder im Haar zu tragen. Nach zwei Tötungen lässt der Krieger seine Ohren spalten; er kann sein Messer oder sein Gewehr mit Silber oder Messing verzieren. Nach 10 solcher Bluttaten trägt er ein eisernes Armband. Die Afar können mehrere Frauen heiraten, wobei die Braut auf rituelle Art vom Bräutigam geraubt wird. 

Der beliebteste Schmuck der Frauen besteht aus bunten Glasperlen, Lederriemen, Metallringen, Arm- und Fußreifen. Afar-Frauen verschönern ihren Körper mit Tätowierungen und Ziernarben. Viele von ihnen tragen die Merkmale ihres Klans oder ihrer Lokalgruppe im Gesicht. Das Haar wird sorgfältig zu einer Vielzahl von Zöpfen geflochten.

Die kleinsten Afar-Siedlungen heißen Burra. Sie umfassen nur ein oder zwei transportable kuppelförmige Hütten.

Amharen

Die Amharen gelten als das Staatsvolk des Landes. Im Straßenbild sind sie kenntlich an ihrer gelblich-braunen, oft weißen Hautfarbe und dem eher gedrungenen Körperwuchs sowie den leicht schiefstehenden, mandelförmigen Augen. Die Frauen der Amharen flechten ihr Haar in zahlreichen Zöpfen, die dicht am Kopf anliegen und auf den Schultern in Krausen auslaufen.

Die kleinsten Afar-Siedlungen heißen Burra. Sie umfassen nur ein oder zwei transportable kuppelförmige Hütten.

Arsi

Die Arsi (auch Arussi) sind eine Untergruppe der Oromo und leben in der Region Bale mit den Orten Abebbe Teferi, Hirne und Mieso. Die Frauen haben Ponyfransen und kurzgeschnittenes buschiges Haar. Ähnlich frisieren es auch die Bale-Mädchen, doch bedecken sie es mit einem Kopftuch, das von einem weißen, mit Münzen und Ketten verzierten Band gehalten wird.

Ari

Das Territorium der sesshaften Ari erstreckt sich entlang des Mago-Nationalparks im nördlichen Oromo-Tal. Ihr wichtigster Ort ist Jinka. Angebaut wird hauptsächlich Mais und Hirse, daneben auch Gemüse und Kaffeee. Außerdem halten sie Rinder und Ziegen. Bestandteile des falschen Bananenbaus (Enset genannt) werden für Bast-Röckchen verwendet, welche die Frauen zu bestimmten Anlässen tragen. Schmuck wird zu großen Teilen aus Wurzelpflanzen gewonnen.

Banna (Benna) 

Die Banna-Frauen krönen ihtre Häupter mit Aluminiumplatten, die sie geschickt in das Haar flechten, welches mit Lehm und Butter geformt wird. Die Banna-Frauen krönen ihre Häupter mit Aluminiumplatten, die sie geschickt in das Haar flechten, welches mit Lehm und Butter geformt wird.Die Frauen der Benna tragen unbearbeitete Ziegenfellröcke, während die jungen Burschen sich splitternackt nur mit weißen Ornamenten bemalen. Die Männer tragen sehr bunte Röcke.

Bena

Das Gebiet der Bena grenzt an das der Tsemai, im Westen an das der Ari, im Süden endet es am Gebiet der Hamar. Männer wie Frauen bemalen ihre Körper mit weißer Farbe. Die mehrheitlich dem Islam anhängenden Bena kennen wie die Hamar den Brauch des "Bullenspringens".

Bodi

Am westlichen Ende des Mago Nationalparks erheben sich die Ngalibong-Berge, die sich bis zum Omo River erstrecken. Hier leben die Bodistämme. Bodi-Männer bewegen sich meist nackt und tragen nur ab und zu einen Umhang aus grauem, geklopftem Rindenstoff sowie Knöchelstulpen und Unterschenkel-Gamaschen aus hellem Fell. Halbkreisförmige Narben an den Armen zeigen die Anzahl der getöteten Feinde. Die unteren beiden Schneidezähne werden ausgebrochen. Frauen und Mädchen tragen einen langen Lederrock aus Ziegenhäuten, der an der Taille geknotet wird, und einen Lederumhang, der über eine Schulter geknüpft wird. Beide Kleidungsstücke sind mit Schabmustern in Form paralleler Kurven und Linien reichlich verziert. 

Nach der Heirat erhalten die Frauen einen Unterlippen-Pflock aus Holz von zwei bis drei Zentimetern Durchmesser. Als weiteren Schmuck tragen die Frauen zahlreiche Messing- oder Kupferringe um Arme und Füße, während Männer einfache Perlenschnüre bevorzugen.

Borana

Die Borana sind eine Untergruppe der Oromo im südlichen Äthiopien sowie im Norden Kenias, wo sie teilweise als Nomaden leben. Die saisonalen Dorf-Siedlungen werden mehrmals im Jahr abgebrochen und an anderer Stelle wieder aufgebaut. Die Hütten sind aus Lehm und Flechtwerk hergestellt. Typisch für die Borana ist der Brauch, ihre Männlichkeit unter Beweis zu stellen, indem ein Mann einer anderen Ethnie, ein Löwe oder Elefant getötet wird. Nach dem Mord werden dem Opfer jeweils Penis und Hoden abgehackt und als Beweis für die eigene Tapferkeit präsentiert.

Von seinen Kameraden wird einem Töter der Beiname dura (männlich) verliehen. Er darf sich auch mit Namen wie jaba (der Starke) oder korma (der Stier) schmücken. Erst mit einem Totschlag erwerben Borana-Männer das Recht, einen männlichen Haarschopf wachsen zu lassen, der die Form eines erigierten Penis besitzt, und sich eine Frau zu suchen. Dieser Brauch geht auf das 16. und 17. Jh. zurück, als sich Oromo-Krieger (Galla) oftmals mit den Genitalien der von ihnen getöteten Feinde schmückten. In manchen Fällen trugen sie diese auf der Stirn, bis sie völlig verwest waren und abfielen.

Bume, Omorate 

Die Bume (auch Nyangatom genannt) sind eng mit den Turkana verwandt; das viehzüchtende Volk gehört zu den Niloten. Man kann sie erreichen, indem man bei Omorate (Kelem) mit einem Boot den Omo River überquert. Die Frauen tragen reich verzierte Schurze und einen Schulterumhang aus Leder. Die Unterlippen von Frauen sind meist durchbohrt und mit Stiften aus Metall, Holz oder Quarzgestein »verziert«. Das Land der Bume am Westufer des Omo River endet an einer Flusskurve, die Pongoso heißt.

 

Erbore (Arbore), Erbore

Die Erbore wohnen nahe der Grenze nach Kenia am Chew Bahir (früher Lake Stefanie) in igluähnlichen Hütten, die um einen zentralen Dorfplatz angeordnet sind. Die Hütten werden durch eine Umzäunung zum sogenannten Kral zusammengefasst, in dessen Mitte sich die Feuerstelle (sum) befindet. Die Erbore sind muslimisch geprägt, die Frauen tragen Kopftücher geschmückt. Die Mädchen schmücken sich mit bunten Perlenketten und reiben sich mit Butter ein.

Galeb,  Omorate

Die Galeb (auch Dasanech) leben als Halbnomaden im Dreiländereck Äthiopien/Kenia/Sudan und betreiben Rinder- und Schafzucht. Für sie wird auch die Bezeichnung Merille verwendet. Die Frauen tragen Schürzen aus Fell, an denen Metallstücke befestigt sind, sowie an Armen und Beinen zahlreiche Reifen. Die Dassanetch leben in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Turkana, Hamar und Bure (Nyangatom).

Guji

Die Guji (Gutschi) sind eine Untergruppe der Oromo und leben (nicht immer spannungsfrei) mi den Burana und Arsi zusammen. Sie halten vornehmlich Finder und sind in einem 13-teiligen Altersklassensystem (gada) zwischen Kindheit und Alter unterteilt.

Hamar, Turmi

Die Krieger der Hamar, die einen Feind getötet haben, sind erkennbar an einem Haarknoten aus Lehm, in den Pfauenfedern gesteckt sind. Der Lehm liegt direkt auf der Kopfhaut. Der vordere Teil des Knotens ist mit weißer Farbe bedeckt und dann mit Ockerfarbe gepudert worden, während der hintere Knoten in der natürlichen grauen Farbe belassen wurde.

Der Körper der Hamar-Frauen und Mädchen steckt in einer Tierhaut, die mit Glasperlen geschmückt ist. Das Haar ist in Ocker und Fett getaucht und manchmal in lange, gewundene Strähnen oder zu kleinen Kugeln geformt. Am Hals trägt eine verheiratete Frau einen breiten Metallstreifen mit einem Phallus-Symbol und am Oberarm einige Eisenringe. Ansonsten werden von den Mädchen am Unterarm mehrere Reifen aus Eisen und Ketten mit Kaisut-Muscheln getragen

Manchmal ist die Frisur mit einer Aluminiumplatte in Form eines Entenschnabels versehen, die über der Stirn befestigt wird und mit jedem Schritt auf- und niederwippt. Hauptort der Hamar ist Turmi mit dem Montagsmarkt.

Karo

Am mittleren Omo River, an der Südgrenze des Mursi-Gebietes, befindet sich das Stammesgebiet der Karo, einer kleinen Gruppe nilotischer Abstammung. Das Haar wird an den Schläfen und an der Stirn abgeschoren, um die Stirn höher erscheinen zu lassen und wird am Hinterkopf zu einer Kappe geformt. Nach dem Trocknen des Lehms wird alles mit Farben aus zerriebenen Steinen bemalt. In das eingefügte kleine Geflecht aus Pflanzenfasern können später Straußenfedern gesteckt werden. Bei bestimmten Festlichkeiten wird der Körper - wie auf diesem Bild zu sehen ist - in Mustern mit weißer Farbe bestrichen.

Die Frauen der Karo in den Dörfern Kolcho, Labuk oder Dus, oberhalb des mittleren Omo River, haben die untere Lippe durchbohrt, durch die sie manchmal einen kleinen Holzpflock oder auch einen Nagel (wie auf dem Bild zu sehen) stecken. Karo-Mädchen haben ihr Haar eine Handbreit über den Ohren ringsum geschoren, so dass das rot gefärbte krause Haar mit Löckchen wie ein Deckel wirkt.

Tigre

Die Hautfarbe der Tigre ist schwarzbraun bis tiefschwarz. Die Gesichter sind schmal, die Nasen fein geschnitten, die Augen liegen unter hoher, gewölbter Stirn. Das Hauptwohngebiet der schlank und hoch gewachsenen Tigre sind die Provinz Tigre sowie Eritrea

Tsemai, Key Afer

Das Volk der Tsemai lebt in einem Tal des Omo-Flusses. Die traditionelle Kleidung der Tsamai-Frauen besteht aus einem Ledergewand. Ist dieses lang, ist die Frau verheiratet, ein kurzes Gewand verrät, dass es sich um eine unverheiratete Frau handelt. Die Tsemai kennen kein Sexverbot, weder vor der Heirat noch wenn die Frau verheiratet ist. Man sieht sie am Donnerstagsmarkt in Key Afer oder auf dem Samstagsmarkt in Woita.