Naturreiseführer Peru, Bolivien, Ecuador, Galápagos

Peru, Bolivien, Ecuador, Galápagos, mit Manfred Verhaagh und Ute Wiegel (Bestimmungsteil), Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN: 3-440-08478-7, 3-330-073940, ISBN: 3-440-08478-7, 3-330-073940, 288 

Rezensionen

Hohe Berge bei den Inkas

Produktbewertung des Autors: Aufmachung: sehr schön, Pro: guter historischer Hintergrund, kurzweiliges Lesen, Kontra: zur Zeit vergriffen, Empfehlenswert

Heute geht es um einen sehr exotischen Naturreiseführer. Er führt uns nach Südamerika- genau nach Ecuador, Peru, Bolivien und die Galapagosinseln. Hier finden wir neben einer einzigartigen Faune auch einzigartige Kulturgüter, vor allem der Inkas. Und was genau, lest ihr jetzt.


Kauf/ Lieferung/ Bezahlung

Die Buchreihe des Club Bertelsmann wurde in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht. Ich habe es im November 2001 bekommen. Der Preis lag damals bei 14,95 DM. Die Lieferung erfolgte ohne Probleme und die Bezahlung konnte per Bankeinzug erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann man diese Exemplare der Buchreihe nicht im Fachhandel kaufen. Ich habe einige Exemplare bei einem großen Auktionshaus gefunden. Hier kann man sie für ca. 10,00 € ersteigern.
Die Autoren haben einzelne Bücher bei anderen Verlagen unter den gleichen Titeln veröffentlicht. Dort kann man sie dann sicher käuflich erwerben.


Aussehen/ Einband

Der Einband meiner Ausgabe zeigt schon die charakteristischen Merkmale der Länder- hohe Berge und typischen Bauten im Stiel der Inka. Auf der Rückseite finden wir den Kurzinhalt der Ausgabe und auf der Innenseite eine Kurzbiographie der Autoren. Die Vorder- und Rückseite sind ausklappbar. Auf den Innenseiten findet man je eine politische und physische Landkarte von den einzelnen Ländern.
Die Größe beträgt 19,5 x 13,5 x 2,0 cm. Die Seiten sind aus Hochglanzpapier hergestellt. Alle 338 Bilder, 44 Farbzeichnungen und 18 Karten sowie die Schrift sind sehr gut zu lesen. Das Binden und die Verarbeitung sind auf einem hohen Stand.
Der Druck des Buches erfolgte auf chlorfreiem gebleichtem Papier gedruckt.


Inhalt

Das Inhaltsverzeichnis befindet sich auf zwei Seiten und ist gut unterteilt. Die Inhalte der einzelnen Unterkapitel werden gut beschrieben und anhand von Schlagworten wiedergegeben. Weitere Hilfe kann man bei der Suche im Register finden. Hier sind die verschiedenen Schlagworte mit den dazu gehörigen Seitenzahlen aufgeführt.


Bolivien/ Ecuador/ Peru

Von Ecuador bis zum Norden Chiles erstreckt sich ein Jahrhundert (1438 bis 1533) lang das Reich der Inkas. Ihre Pracht und die Hochkultur vieler anderer indianischer Völker sind zwar versunken aber die Überreste dieser alten Reiche sind heute noch zu bestaunen. Sie prägen in den Hochanden weitgehend das Gesicht der drei Anden Staaten, die den Kern des alten Inka Reiches bildeten. In diesen Abschnitten lernen wir viel über die Geschichte der Inkas, die Konquistadoren und Zinnbarone und die geschichtliche Entwicklung der Länder. Weiterhin widmen sich Kapitel der Politik, der Wirtschaft, der Geographie, der Geologie und Bevölkerung, der Flora und Faune und natürlich dem Klima.
In kleinen farbig hervorgehobenen Kästen werden im gesamten Buch verschiedene und hochinteressante Themen besonders behandelt. In diesem Fall geht es um das Wetterphänomen El Nino. In kurzen und verständlichen Sätzen wird es beschrieben, so dass auch ein Laie ihn versteht.


La Paz- und das Andenhochland

Dieses Kapitel beginnt mit einem zweiseitigem Bild von der höchst gelegenen Metropole der Welt. La Paz reicht bis in eine Höhe von 3700 m und ist somit schon mal höher als die Zugspitze. Hier wird die Luft schon sehr dünn und der Besucher muss sich sicher erst daran gewöhnen. Viele Städte im Hochland der Anden lagen im 15. Jahrhundert an der so genannten Silberroute, die von Potosi bis an die Pazifikküste führte. Hier wurden verschiedene Mineralien und vor allem Silber transportiert. In allen Orten findet der Besucher eindrucksvolle architektonische Zeugen der kolonialen Vergangenheit. Südwestlich von Bolivien kann man der Atacama Wüste in Chile einen Besuch abstatten. Über 100.000 km² erstreckt sich sie sich hier vom Meeresspiegel bis 6000 m Höhe, bei nur 160 km Breite. Die Salzkruste ist dabei fast drei mal so groß wie der Bodensee. Bereits Spanier und Inkas lieferten sich hier in der Nähe schon blutige Schlachten.


Titicacasee- Ein Kulturraum für sich

Der Titicacasee, der "Heilige See Inka" gilt als Wiege der Andenkultur. Bereits in der Vor- Inkazeit entstand hier auf der bolivianischen Seite die Hochkultur der Tiahuanaco. Aus dem höchsten schiffbaren See der Welt entsprangen der Legende nach die Gründer der Inkadynastie. Heute findet man hier die schwimmenden Inseln aus Binsen. Das lockt Besucher in scharen an. Vor der überwältigenden Kulissen der Königskordillieren findet man malerische Dörfer der Ketschua und Aymara.
Die Binseninseln müssen alle 6 bis 12 Monate erneuert werden. Man kann sie nur mit dem Boot erreichen. Hier leben ca. 1200 bis 1800 Personen der Aymara. Die strickenden Männer tragen lange Zipfelmützen, ein helles gewebtes Hemd, eine schwarze Hose und einen breiten, gewebten Gürtel.


Lima und die Peruanische Schweiz

Die Stadt der Könige, in der tagsüber das Leben pulsiert, ist trotz aller Geschäftigkeit doch spürbar von einer südländischen Gelassenheit geprägt. Hier sieht der Besucher mächtige Kirchen und koloniale Bauten der spanischen Eroberer. Nicht weit der peruanischen Hauptstadt erblickt man die schneebedeckten Berge peruanischen Schweiz, dazu kristallklare Seen und abgrundtiefe Schluchten.
Ausgangspunkt für Klettertouren auf die fünf und sechs Tausender der Kordillieren beginnt in Huaraz in 3000 m über dem Meeresspiegel. Hier leben ca. 80.000 Einwohner vom Klettertourismus. Man findet eine Vielzahl von Pensionen, Hotels und Trekkingsbüros für unterschiedliche Touren.

 

Peru- Nord- und Südküste

Es waren die Vorfahren der Inka, die Mochita und Chimu, die Paracas und Nazcasa, die Jahrhunderte zuvor teilweise herausragende Kulturen entwickelten. Wegen des trockenen Klimas an der Küste blieben viele Schätze dieser Kulturen erstaunlich gut erhalten. In der Pampa von Nazca erblickt man geheimnisvolle Scharrbilder, eines der größten Geheimnisse der Menschheit bis heute. Vor der Halbinsel Paracas liegen die Islas Ballestas, auch die Galapagos des kleinen Mannes genannt.
Die pazifischen Küsten Südamerikas sind bis nach Peru durch die kalten Wassertemperaturen (Durchschnitt 18,5° C) des Humboldtstroms geprägt. Hier findet man einige unzählige Anzahl verschiedener Vogelarten und Fische.


Cuzco- Die Welt der Inkas

Die ehemalige Hauptstadt der Inka hielt sich für den Nabel der Welt. Die früher vor Gold strotzenden Stadt eines Reiches das sich von Kolumbien bis Argentinien erstreckte hat sich die indianische Atmosphäre bis heute bewahrt, auch wenn vom Glanz der archäologischen Hauptstadt Amerikas wenig übrig geblieben ist. Bei den Ruinen von Cuzco findet man des Inka Heiligtum Kenko. Der aus verwittertem Kalksandstein bestehende Fels ist mit Rillen übersät, die die natürlichen Formen des Felsens künstlerisch überhöhen. In den Höhlen sind Altäre und Sitze aus dem Felsen geschlagen.


Quito und die Straße der Vulkane

Im ariden Hochland, Paramo genannt, liegen Seen mit kristallklaren Wasser, und nirgendwo zeigt sich die Landschaft des Landes imposanter als entlang der Straße der Vulkane. Oben zwischen Himmel und Erde, wo sich Eis und Lava mischen, befinden sich die Krater der schönsten und höchsten Vulkane der Welt. Unten findet der Besucher hübsche Städte mit Kolonialbauten, nahezu unberührte Nationalparks und bunte Märkte voller Leben.


Amazonien- Lunge der Erde

Noch heute leben im Amazonas Fische und Delphine die ansonsten nur im Pazifik vorkommen. Dies ist die Folge der Faltung der Anden vor 4 Millionen Jahren mitder die Verbindung zwischen Amazonas und Pazifik abgeschnitten wurde. Eine Reise durch die spektakulären tropischen Regenwälder des Amazonas führen zur Lunge der Erde. Hier leben unzählige, teilweise noch unerforschte Tiere und Pflanzen.


Galapagos- Die Schildkröteninseln

Rund 1000 km vor der Küste Ecuadors liegt der aus Vulkaninseln entstandene Archipel Galapagos (übersetzt Schildkröte). Hier finden wir eine Arche Noah im Pazifik mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Durch die Isolation von den anderen Kontinenten sind die 13 größeren und 19 kleineren Inseln (7812 km², seit 1959 Nationalpark) faszinierende Beispiele der Evolutionsgeschichte. Sie wurden 1978 zum Weltkulturerbe erklärt. Die wichtigsten Inseln können mit dem Schiff erreicht werden und es können Ausflüge zu den wichtigsten Plätzen der Tiere und Pflanzen gebucht werden.


Bestimmungsteil Tiere und Pflanzen

Im Bestimmungsteil der Tiere findet man folgende Untergruppen:Säugetiere, Vögel, Reptilien(Amphibien, Fische, Wirbellose.

Im Bestimmungsteil der Säugetiere findet man neben dem Opossum, Wollaffen auch das Wasserschwein. Man findet den lateinischen Namen, die Körpergröße von 1 bis 1,3 m und einem Gewicht von 35 bis 65 kg. Dazu kommen die Infos über die Merkmale, das Vorkommen und wissenswerte Hinweise. Alle Tiere werden anhand eines Bildes abgebildet. 

 

Im Bestimmungsteil der Pflanzen findet man folgende Untergruppen:Farne, Wildblumen,

Im Bestimmungsteil der Pflanzen erhalten wir ebenfalls eine Kurzbeschreibung der Pflanze. Neben Namen wie Ritterstern, Yams- Wurz und Sauersack steht die lateinischen Bezeichnung und man findet Infos über die Wachshöhe, die herausstechensten Merkmale, dem Vorkommen und Wissenswertes. Auch hier werden die Pflanzen auf einem Foto abgebildet und man kann die Verbreitungsregion anhand eines Symbols erkennen.


Reiseinformationen

Die Reiseinformationen sind sehr weitreichend und hilfreich. Es gibt hier Tipps und Hinweise zur Anreise, zur Fahrt mit dem Auto in dem Land, Öffnungszeiten von Banken, Postämtern und Läden. Man findet Anschriften der diplomatischen Vertretungen, Tipps zum Essen und Trinken, Feiertagstermine usw.Diese Sachen sollte man unbedingt beim Besuch der Länder berücksichtigt werden!


Erfahrung/ Meinung

Ein sehr interessantes Buch über diese Region der Welt. Es werden sämtliche wichtige Sehenswürdigkeiten beschrieben und wertvolle Hinweise über die Erreichbarkeit, Telefonnummer und Öffnungszeiten gegeben. Dazu findet man immer passen Bilder oder Landkarten, die das ganze weiter vertiefen. In den einzelnen Kapiteln steht vor allem die Kultur der Inkas im Mittelpunkt. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen, weil man wertvolle Infos gebündelt über sie bekommt.
Im Bestimmungsteil werden die weit verbreitetsten Pflanzen und Tiere aufgeführt. Damit kann man einen Einblick in das bekommen, was man dann vor Ort sieht. Das Highlight ist der Abschnitt über die Galapagos Inseln. Der Leser erhält einen Einblick über die Vulkaninseln und die darauf befindliche Tierwelt.
Im Abschnitt Reiseinfos werden die wichtigsten Hinweise für einen Aufenthalt in diesem Land gegeben. Damit kommt man sicher durch den Urlaub.


Fazit

Ein schönes und interessantes Buch über Teile von Südamerika. Neben Tiere und Pflanzen wird dem Leser das Land und seine Leute und die Inkakultur nahe gebracht. Die Kunstschätze der Ureinwohner werden hervorgehoben und die berühmten Ruinen wird beleuchtet. In Südamerika kann man in unberührter Berglandschaft wandern, den Regenwald erkunden und historische Gebäude besichtigen.

Für mich 5 von 5 Sternen. 

Erfahrungsbericht von iceman1005, 7. Februar 2007