Mali. Im Banne des Sahel

Mali. Im Banne des Sahel, Pietsch-Verlag, Stuttgart 1991, ISBN: 3-613-50139-2, 192 Seiten

 

Rezensionen

Faszination des Sahel

Mali ist eines der ärmsten Länder der Erde. Der Sahel, die Wüstenrandzone der Sahara, hat das Land fest im Griff. Und dennoch fasziniert dieses karge Land, das Kreuzweg unzählicher Völkerschaften, Kulturen und Religionen gewesen ist. Es bietet (wie bisher der Niger) auch heute noch Möglichkeiten zu einer Abenteuer-Tour abseits ausgetretener Pfade. Hier kann man noch Afrika pur erleben: Dörfer aus strohbedeckten Lehmhütten, Frauen beim Hirsestampfen oder beim Wäschewaschen am Fluss, mächtige Affenbrotbäume, atemberaubende Felsschluchten, geheimnisvolle Kamelkarawanen in endloser Wüste. Sagenumwobene Städte, prächtige Feste am Ende der Regenzeit und auch heute noch weithin unbekannte religiöse Riten.

Im Stuttgarter Pietsch-Verlag ist jetzt ein üppig bebilderter Bericht des Reise-Journalisten Rainer Waterkamp erschienen, der mit Geländewagen, klapprigen Bussen und schmalen Flussschiffen, mit einer Kamelkarawane und zu Fuß auf schweißtreibenden Trekkingpfaden die Sahel-Länder Mali und Niger unzählige Male durchquert hat. Der ansehnliche Band vermittelt ein anschauliches Bild von den Erlebnissen und Begegnungen des Autors am Rand des großen Sandmeeres und gibt wertvolle Insider-Tips.

Fränkisches Volksblatt Würzburg, 4. Dezember 1991

 

Eine Fülle optischer Anregungen

Der Autor, Politologe und Reise-Journalist, ist seit vielen Jahren abseits der üblichen Touristenpfade in allen Kontinenten unterwegs und berichtet über seine unvergesslichen Eindrücke und Erfahrungen in zahlreichen Reise-Journalen, überregionalen Tageszeitungen, Reiseführern und Globetrotter-Bildbänden. Den Todesgürtel des Sahel hat er mehrmals aufgesucht und dabei insbesondere die Menschen kennen und lieben gelernt. Den behutsamen Umgang mit der einheimischen Bevölkerung belegen die sympathischen Abbildungen lachender Frauen und Kinder, die unverkrampft und freundlich wirken. Der Autor versteht es, spannend zu schreiben; seine Reportagen sind intensiv, aber zweckmäßig; sie vermitteln darüber hinaus auch etwas von der Begeisterung, die ihn bei seinen Begegnungen mit Land und Menschen erfasst. Dabei bleiben dem kritischen Blick des Journalisten nicht die zweifelhaften Aspekte falscher Entwicklungspolitik und fragwürdige Praktiken einiger Globetrotter verborgen. 

Rainer Waterkamps neues Buch bietet eine Fülle optischer Anregungen für zukünftige Sahel-Reisende gespickt mit Wissenswertem und Nachdenklichem, wie man es von einer aktuellen Bild- und Textreportage erwartet.

Palette, Illustrierte Monatsschrift, Wien