Tobby, mein Sibirienkater

Meine Katzen - Familienzuwachs mit Hinternissen

Der Moment, in dem ein Kätzchen in Ihr Heim kommt, ist nicht nur für Sie ein großes Ereignis, sondern auch ein einschneidendes Erlebnis für das kleine Tier. Um hier nichts falsch zu machen, sind einige Regeln zu beachten, die den ersten Kontakt mit der neuen Lebenswelt für das Wollknäuel erleichtern und Ihnen später das Zusammenleben mit dem Haustier angenehm machen sollen. Doch eigentlich beginnen die Überlegungen für die ersten Tage im neuen Heim einige Wochen zuvor.  Sicherlich sind Katzenausstellungen, Bilder in Zeitschriften oder Büchern, der Besuch bei Bekannten, die eine Katze "besitzen", oder eine Fernsehsendung der Anlass für Sie gewesen, sich mit dem Gedanken zu befassen, sich ein solches Haustier anzuschaffen. Bevor die Gedankenspielerei in die Tat umgesetzt wird, sollte man sich jedoch gewissenhaft prüfen, ob man tatsächlich 15 Jahre und länger mit einem solch eigenwilligen, hochsensiblen Geschöpf zusammenleben will. Ist ausreichend Freizeit vorhanden und ein genügend stabiles Nervensystem, um mit einem lebendigen Wollknäuel auszukommen?

Wer berufstätig ist und einen stressigen Arbeitstag hinter sich hat, muss unweigerlich damit rechnen, dass der tagsüber allein gelassene kleine Haustiger jetzt beschäftigt sein möchte. Während Sie sich jetzt wahrscheinlich Ruhe wünschen, hat der Hausgenosse nur auf Ihre Heimkehr gewartet, um sich regelrecht auf Sie zu stürzen. Der Tagesablauf wird nicht mehr ungestört und „selbstbestimmt" für Sie sein.  Sie werden sich buchstäblich jeden Schritt überlegen müssen.

 

DEN CHARAKTER DER KATZE VORHER BESTIMMEN

Minú, mein halber Wildkater

Zu überlegen ist auch, ob eine kontaktfreudige oder zurückhaltende Katze erwünscht ist, ob man lieber ein ruhiges und ausgeglichenes Tier (zum Beispiel eine Perserkatze) bevorzugt oder ein temperamentvolles und kapriziöses Kätzchen, eine Siamkatze beispielsweise. Im übrigen sind Katzen große Individualisten und unterscheiden sich nicht nur als Rassen voneinander, sondern auch durch ihre individuellen Eigenarten.  Katzen lernen viel durch Beobachtung.  Mein rot gestromter Kater Minú, Tobbys Vorgänger, brauchte fünf Jahre, um herauszufinden, wie die Tür zu den Dosen-Vorräten der Katzennahrung aufgeht. Dann wusste er es, und ich musste mir etwas anderes einfallen lassen. Worüber der junge Maine Coon wohl jetzt sinniert?

 

KINDER ODER ANDERE HAUSTIERE BERÜCKSICHTIGEN

Joshi auf dem Balkon

Es ist auch zu berücksichtigen, ob kleine Kinder im Haus sind und ob die Freundin oder Ehefrau gegen Katzenhaare allergisch ist. Dass Einraum-Appartements ein Problem sind, da die Katze keine Chance hat, auszuweichen und auch einmal für sich zu sein, ist sicherlich bekannt.  Ein langer Flur zumindest würde es dem Tier erlauben zu rennen, und seien es nur ein paar Meter.  Sicherlich sind Sie darauf eingestellt, dass Katzen die ganze Wohnung benutzen wollen. So manch ein Vorsatz, Katzen niemals in das Schlafzimmer zu lassen, ist bereits nach einer schlaflosen Nacht und ständigem Scharren an der Tür aufgegeben worden. Schön ist es, wenn Sie einen Balkon besitzen, der dem Tier wenigstens ein wenig Auslauf erlaubt. Ein schnurrender Mitbewohner kann nicht nur zärtlich und schmuserisch sein, sondern auch sehr eigenwillig. Er will seinen Willen durchsetzen.

DEN VERKÄUFER WOHL ÜBERLEGT AUSSUCHEN

Joshi 8 Wochen alt

Bild von Sigrid Brauers

Ist all dies reiflich überlegt, folgt die Kaufentscheidung. Natürlich kostet eine Rassekatze Geld. Das bietet zudem eine gewisse Gewähr dafür, dass das Tier nicht als ersetzbare Wegwerfware betrachtet wird. Doch gehen Sie nicht nur bei Ihrer Kaufentscheidung danach, wie viel für Ihren neuen Hausgenossen verlangt wird. Schauen Sie sich sehr genau das Verhalten und das Umfeld des Züchters an!  Ein verantwortungsbewusster Züchter wird Ihnen den Stammbaum des Tieres zeigen und einen nachgewiesenen Impfschutz mitgeben. Hinweise auf fehlende Registrierung, die unterlassene Beantwortung Ihrer Anfrage an eine Züchterin (selbst wenn Sie Telefonnummer angegeben und einen adressierten und frankierten Rückbrief beigelegt haben) sind auch ein Hinweis darauf, dass solchen "Züchtern" mit Vorsicht begegnet werden muss. Fürsorgliche Züchter hingegen, die Ihnen die Jungtiere nicht nur mit vollständigen Papieren, sondern auch mit Kaufverträgen übergeben, in denen geregelt ist, dass Sie die Katze nicht an Dritte weiterverkaufen dürfen, und die dem kleinen Lebewesen auf seinem Weg in das neue Heim auch kostenlos ein Köfferchen mit schmackhafter Kindernahrung und Spielsachen mitgeben, zeigen nicht nur verantwortungsbewusstes Verhalten, sondern auch Tierliebe, nicht nur Profitsuche - so meine positive Erfahrung mit dem Katzenverein, von dem ich meinen Maine Coon bekam, nachdem er 3 Monate alt geworden war. In der Tat ist der beste Zeitpunkt, das junge Kätzchen von der Mutter zu trennen, nach der 12. Lebenswoche.  Sicherlich haben Sie sich beim ersten Kontaktgespräch mit dem Züchter die Elterntiere angeschaut, denn erwachsene Tiere sehen oft anders aus als Kleintiere. Und Sie haben einen ersten Kontakt mit "Ihrem" Kätzchen hergestellt, denn schon beim ersten Besuch kann man erkennen, wie unterschiedliche Charaktere einmal ausgebildet sein werden. Ich habe mich beispielsweise für ein Katerchen entschieden, und zwar das aufgeweckteste und aktiv-verspielteste Wesen des ganzen Wurfs.  Für den Transport mit dem Tier sollte man möglichst zu zweit sein, damit der Mitfahrer das Kätzchen auf dem Rücksitz beruhigen kann.

EINE BEGRÜSSUNGSMAHLZEIT ERLEICHTERT VIELES

Katzen brauchen Gras

Nach dem Transport ins neue Heim stellt man dem Jungtier gleich etwas zu essen und trinken hin und lädt es zu einem Spiel ein. Die Anwesenheit vieler Personen, die das Kätzchen ängstigen könnten, sollte man vermeiden. Das kleine Wollknäuel wird schon sehr bald beginnen, seine Umgebung genauestens zu untersuchen. Jetzt können Sie dem Tier das Katzenklo zeigen, das möglichst an einem Ort sein sollte, wo der neue Mitbewohner ungestört ist, also sinnvollerweise in der Toilette (ideal ist natürlich eine 2. Toilette). Natürlich ist es weder sinnvoll noch zeugte es von Tierliebe, das Tier mit seiner Nase in seine Exkremente zu stupsen, sollte es anfangs den Sinn des Katzenklos noch nicht begriffen haben. Katzen sind besonders saubere Tiere und verscharren instinktiv ihre kleinen und großen Geschäfte. Hier bietet sich Absorbierstreu an, das stark geruchsbindend ist und nur alle zwei bis drei Tage gewechselt zu werden braucht. Den festen Kot allerdings sollte man mit einer Streuschaufel laufend entfernen.  Zumindest in den ersten Tagen erwartet das junge Tier, dass man sich ständig mit ihm befasst. Man muss nun nicht gleich den Jahresurlaub opfern, doch ist es keine schlechte Idee, sich an einem verlängerten Wochenende so intensiv mit dem kleinen Zimmertiger abzugeben, dass Vertrauen geschaffen und die Gewöhnung an die Hausordnung eingeübt werden kann, damit die Katze sie auch in Zukunft befolgt.

 

Minú

TOLERANZ GEHÖRT EBEN DAZU

Der richtige Umgang mit Katzen ist nicht allzu schwer zu erlernen, wenn man etwas Geduld, Einfühlungsvermögen, Toleranz und viel Liebe mitbringt. Wer allerdings dem Prinzip von "Befehl und Gehorsam" verpflichtet ist, der sollte lieber die Anschaffung eines Hundes in Erwägung ziehen. Einzig erfolgversprechende Erziehungsmittel für Katzen sind Streicheln, Loben und ablenkende Spiele. Durch Spielen lernt das Tier gesund, munter und beweglich zu bleiben, die physischen Grenzen seiner Leistungskraft kennen zulernen und Sprünge, Balanceakte und Anschleichtaktiken einzuschätzen und zu erlernen. Zum Spielen eignen sich Bällchen, Schnüre, Papierschnipsel, Schnürsenkel und Fell-Mäuschen. Kater schätzen jede Art von Geräusch, das sie selbst verursachen, wie Nüsse in der Badewanne oder das Rascheln einer Papiertüte.

NICHT AUFDRINGLICH SEIN

Tobby - ein stolzer Kater

Drängen Sie sich nicht auf, schon gar nicht in den ersten Tagen. Katzen zeigen von sich aus mit Köpfchengeben und Nasenstüberchen sowie Schmusen an, wenn Sie ihr Herz gewonnen haben. Beachten Sie, dass die Fluchtdistanz auch in geschlossenen Räumen zwei bis drei Meter beträgt. Setzen Sie sich zu dem Katzenkind ruhig auf den Fußboden, strecken ihm Ihre Hand entgegen, damit es diese ganz genau beschnuppern kann. Das Kätzchen kann zunächst noch nicht seine Krallen einziehen und begreifen erst später, dass es mit der Haut des Menschen vorsichtig umgehen muss. Ziehen Sie sich daher Jeans, Cordhosen und feste Baumwollgewebe-Kleidung an, welche die Krallenschärfe dämpfen und Ihre Sonntagskleidung schonen. Wenn Sie nicht wollen, dass die Krallen an Polstermöbel, Tapeten und Teppichen gewetzt werden, sollten Katzenbäume und Fußmatten angeschafft werden. Ich habe im Arbeitszimmer auch einen alten Polstersessel geopfert.  Meine Kater sind mir niemals an meine Holzschränke, Ledersessel, Tapeten, Teppiche oder Gardinen gegangen - allerdings gibt es in jedem Zimmer für die Kratzbedürfnisse alternative Gelegenheiten. Unterschätzen Sie nicht die Intelligenz und den Einfallsreichtum von Katzen, die sich etwas vorgenommen haben, wenn Sie keine ablenkende Alternativen schaffen!  Das Selbstwertgefühl meines Katers ist stark ausgeprägt. Wenn er mit hochgetragenem, steil aufgerichtetem Schwanz majestätisch durch die Wohnung stolziert, scheint er die Selbstzufriedenheit in Person zu sein. Auch das, was ich mit Ordnungssinn verbinde, scheint ihn nur bedingt zu beeindrucken. Eine Decke wird derart zurechtgezurrt, dass sie für einen Kater die geeignete Struktur aufweist. Und Manuskripte sind dazu da, in ein mir unverständliches Ordnungsschema gebracht zu werden - nämlich die unterste Seite nach oben gewirbelt. Ich muss dies hinnehmen oder ihm Alternativen bieten - das können schon aus dem Papierkorb heraushängende Papierschnipsel sein.

JEDE KATZE HAT EINEN EIGENEN WILLEN

Tobby im Schnee

Selbstverständlich haben Sie sich für ein Kätzchen entschieden, weil Sie eigenen Willen respektieren und individuelle Selbstbestimmung schätzen. Dann halten Sie ihre Katze niemals gegen ihren Willen fest; Freiheitsberaubung ist ein ganz schlimmer Verstoß gegen Katzenregeln. Auch Schreien und Schlagen sind nicht nur erst seit der antiautoritären Erziehung grundsätzlich verpönt. Eine Katze wird Ungerechtigkeiten (oder was sie dafür hält) nicht vergessen und in geeignetem Moment zurückschlagen. Natürlich müssen Sie sich nicht von einem Kätzchen terrorisieren lassen. Da Katzen ein feines Gespür für Ärger und Missstimmung haben und es gar nicht mögen, wenn eine gespannte Atmosphäre herrscht, werden sie mit der Zeit von Dingen ablassen, die verboten sind. Hier ist allerdings Ausdauer vonnöten.  Mit einem scharfen "Nein" und erhobener Stimme sollte man die Katze wegsetzen und mit einem Spielchen ablenken. Ohne diese Alternative und ein Streicheln wird ein energisches "Nein" oft mit einer Verlegenheitsgeste beantwortet, zum Beispiel mit Putzen.  Meine Kater haben bei meiner Bekannten immer die Ernsthaftigkeit eines Verbots, das sie aussprach, geprüft. Manchmal rüpelhaft, indem dem Bein ein kräftiger Prankenhieb versetzt wurde, dem ein blitzartiger Abgang folgte, manchmal entlarvend missachtend, indem der zum Verbot erhobene Zeigefinger despektierlich beschnüffelt wurde. Kater haben ein sicheres Gespür für Hierarchie und sind kleine Machos.  Manche sind auch großartige Schauspieler, wie mein rot gestromter Kater Mino: Nur ein Tröpfchen Wasser ist ihm aufs Fell gelangt, weil er sich neugierig unbedingt unter das Waschbecken stellen musste. Nun zuckt sein Fell, als erleide das Tier die schrecklichsten Tortouren einer Tierversuchsanstalt.

PFLANZEN ENTFERNEN, GIFTIGE GANZ WEGGEBEN

Tobby als junger Kater

Pflanzen sollte man außer Reichweite stellen; sie sind oft giftig für die Tiere. Unterschätzen Sie auch hier nicht die Sprungkraft von neugierigen Katzen! Jedes Kätzchen wird auch versuchen, den Esstisch zu erobern. Wachsamkeit und Geduld helfen hier, insbesondere aber wieder die Alternative: Von der Mittagstafel wird das kleine Tier ferngehalten, indem man regelmäßig zur eigenen Essenszeit das Näpfchen füllt. Mein Kater ist der erste, der vor seinem Fressnapf steht, wenn meine Freundin "Essen ist fertig" ruft. Wir können in Ruhe und ohne Störung speisen, während der kleine Katzenkerl seine Mahlzeit frisst.  Das sollte möglichst in den ersten Tagen dasjenige Fressen sein, das er vom Züchter her gewohnt ist. Bis zur 12. Woche braucht das Kätzchen 4 bis 5 Mahlzeiten je Tag, später dann 3 und mit 4 bis 6 Monaten nur noch morgens und abends jeweils eine Mahlzeit. Jungtiere haben einen höheren Kalorienbedarf als erwachsene Kater und meist auch einen riesigen Appetit. Zur Hausordnung gehört auch, dass der Küchenherd ein Platz ist, der Tabu bleiben muss. Abgewöhnen muss man dem Tier auch, "Tiger" zu spielen, indem es Freunden auflauert und nach den Beinen springt. Das kann recht schmerzhaft sein. Man kann das Kätzchen mit einem harmloseren Spiel ablenken. Das gleiche gilt für den "Liebesbiss", bei dem die Katze sich plötzlich mit Krallen und Zähnen einen Arm packt und beißt sowie mit den Hinterbeinen tritt.  Dies ist eine schmerzhafte Prozedur für Sie, doch für die Katze ein Ausdruck höchster Ekstase. Dagegen gibt es kein Mittel; ich trage solche "Schmisse" an den Armen als Beweis hoher Zuneigung meines Katers und den Spott meiner Arbeitskollegen über eine "stürmische Liebe" mit dem Gleichmut dessen, der es besser weiß, und der Erkenntnis, dass bei solchen Äußerungen unverhohlener Neid mitschwingt. Der laut bellende Hund aus dem Nachbarhaus stört mich beim Schreiben. Selbst beim regelmäßigen Gassigehen muss er sein aufgeregtes Imponiergehabe kundtun. Kater Tobby, der sich herabgelassen hat, mir Gesellschaft zu leisten, schaut neugierig und ein wenig hochmütig auf das Geschehen der regennassen Straße.  Hingebungsvoll beginnt er jetzt mit seiner Körperpflege, um sich dann entspannt in jenen Dämmerzustand sinken zu lassen, der zwischen Gelassenheit und Aufmerksamkeit schwebt und der so typisch für ihn ist.

 

Joshi fühlt sich wohl auf der Terrasse

DAS LEBEN VERÄNDERT SICH MIT EINER KATZE

Keine Frage, dass sich Ihr Leben verändern wird in den ersten Tagen eines kleinen, stolzen Muskelpaketes in Ihrer Wohnung.  Erstaunt werden Sie feststellen, dass das Kätzchen Sie erzieht, Ihre Verhaltensweisen ändert.  Kein Lärmen und Poltern mehr in der Wohnung, Sie werden weniger hektisch durch die Gegend laufen und vor allem vorsichtiger und bedächtiger werden. Türen werden vorsichtig geöffnet, beim Gehen schaut man genau, wohin man seine Füße setzt.  Bevor die Waschmaschine in Gang gesetzt wird, fällt ein kontrollierender Blick auf die schmutzige Wäsche, ob da nicht ein kleiner Katzenkerl hineingekrochen ist. Wahrscheinlich werden Sie häuslicher und beobachten an sich selber, dass Sie ruhiger geworden sind, ausgeglichener und nicht mehr so anfällig für den Alltagsstress.  Nicht umsonst empfehlen mittlerweile Ärzte die Anschaffung von Katzen für nervöse oder alleinstehende Menschen. Mein Kater ist ein geborener Philosoph.  Individualist, der er ist, lässt er mir meinen Freiraum und erwartet das gleiche für sich.  Manchmal hat er seine grüblerische Phase. Was er wohl denkt, wenn er mit seinen tiefsinnigen, schrägen Augen jetzt zu mir herüber schaut?  Vielleicht meint er, meine kleine Reportage sei eh‘ für die Katz. Nun denn, machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit Ihrem neuen Heimbewohner.  Und viel Spaß im kommenden Jahrzehnt!

 

Tara auf Katzenbaum

Erinnerung an meine Kater, die über die Regenbogenbrücke gegangen sind (Minú Januar 1991, Tobby Juli 2008, Joshi September 2014):

Im Himmel gibt es ein Gebiet: die Regenbogenbrücke. Wenn ein geliebtes Tier stirbt, das auf unserer Erde einen geliebten Menschen hatte, geht dieses Tier zur Regenbogenbrücke. 

Dort sind Wiesen und Hügel für unsere geliebten Freunde, damit sie zusammen rennen und spielen können. Dort gibt es Wasser und Nahrung in Hülle und Fülle, die Sonne scheint und unsere Freunde fühlen sich wohl. 

Alle Tiere, die krank und alt waren, sind wieder gesund und kräftig: diejenigen, die verletzt und verkrüppelt waren, sind wieder wohlauf, so wie wir sie aus unseren Träumen vergangener Zeiten kennen. 

Die Tiere sind dort glücklich und zufrieden, bis auf den kleinen Umstand: sie alle vermissen jemanden ganz bestimmtes, den sie zurücklassen mussten. 

Sie alle rennen herum und spielen miteinander, aber für jedes Tier kommt der Tag, an dem es plötzlich innehält und mit hellen Augen erwartungsvoll und zitternd in die Ferne schaut. 

Plötzlich trennt es sich von seinen Spielkameraden und rennt immer schneller und schneller über die grünen Wiesen. Da siehst Du etwas auf Dich zu rennen, und wenn Du und Dein geliebtes Tier euch freudig trefft, werdet ihr niemals mehr getrennt werden.

Freudentränen laufen über Dein Gesicht, Deine beschützenden Hände streicheln den Kopf Deines Tieres und Du wirst wieder in die treuen Augen schauen, die so lange aus Deinem Leben gegangen waren, aber niemals aus Deinem Herzen. Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.

Joshi - Aus dem Leben eines Sibirienkaters