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Fort Lohagarh

Badan-Singh-Palast
Badan-Singh-Palast

Der eiserne Vijay Stambha (Siegessäule) am Jawahar Burj dokumentiert den Versuch der Herren von Bharatpur, ihre Herkunft von Gott Vishnu abzuleiten und damit den schlechten Ruf der Jat -  sie galten als Nachfolger gewalttätiger und kulturloser Emporkömmlinge aus den unteren Bevölkerungsschichten - zu korrigieren. Der Wassergraben und der innere Mauerring mit zwei Stadttoren sind im Gegensatz zum äußern Ring noch erhalten. 

Das nördliche Ashtdhatu-Tor mit seinen riesigen runden Bastionen soll eine Kriegsbeute aus Delhi sein, das die Jats erobert hatten. Der Name ›Tor der acht Metalle‹ (ashta=acht, dhatu=Metall) kommt daher, dass das Tor mit Spitzen bewehrt ist, die aus acht Metallen gefertigt wurden. Die runden Bastionen sind beidseitig mit Kriegselefanten bemalt. Im Süden befindet sich das Lohiya-Tor (auch Chowburja Gate =Vier-Säulen-Tor). Beide Tore waren nach der Eroberung von Delhi aus der dortigen Stadtmauer entfernt und im Triumph nach Bharatpur gebracht worden. 

Die interessantesten Gebäude im Fort, die zwischen 1730 und 1850 erbaut wurden, sind Kishori Mahal, das stark heruntergekommen war und zur Zeit restauriert wird, und das Mahal Khas, erbaut 1826 von Balwant Singh, Raja von Bharatpur (1820-1853, regierte 1825-1853), heute ein stilvolles Heritage-Hotel.

 

Das Government Museum, in der Mitte des Forts gelegen, zeigt eine archäologische Sammlung von Funden des alten Bharatpur Staates, darunter 581 Steinskulpturen, 10 Schriften, 120 Terracottas, 670 Münzen, 1966 Waffen und 196 Miniaturgemälde. Das früher als Kachahari Kalan (auch Kachhari oder Kachahri-Khas) bekannte Palastgebäude, einst der Verwaltungstrakt der Herrscher von Bharatpur, war bereits 1944 in das State Archaeological Museum umgewandelt worden. Das Zugangstor besitzt große Elefanten-Gemälde.

 

Der an der Westseite des Forts stehende orangefarbene Kamra Palace (früher als Personal Chamber bekannt) ist heute ebenfalls ein bedeutender Teil des Government Museums und besitzt Jain-Skulpturen, eine Waffensammlung und Manuskripte in arabischer Schrift und in Sanskrit. Ausgestellt werden beispielsweise Schnitzereien aus dem 2. Jahrhundert sowie Darstellungen Shivas als Nataraja (der kosmische Tänzer) und Parvatis aus dem 7. Jahrhundert, des Jain-Heiligen Parshva aus dem 11. Jahrhundert und eines Ganesha aus dem 10. Jahrhundert. Das Prunkstück der Sammlung aber ist der aus dem 2. Jahrhundert stammende Shivalingam aus rotem Sandstein. 

 

Auf dem höchsten Punkt des Forts befindet sich der Badan-Singh-Palast (auch als Old Palace oder Purana Mahal bekannt), um 1733 vom Vater von Suraj Mal erbaut. Ein steiler Weg mit Pflastersteinen führt hinauf und sollte den Pferden mit ihren Hufen den notwendigen Halt geben. 

Die eindrucksvolle Durbar-Halle des Palastes, deren Wände, Pfeiler und Bögen mit feinen Steinmetzarbeiten versehen sind, hieß früher Maharaja Meeting Hall und wurde für private und öffentliche Audienzen genutzt. Von einem in die Wand eingelassenen Alkoven aus hielt der Raja seine Hofaudienzen ab.

 

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