Homepage von Rainer Waterkamp

                                                        

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Auf dieser Homepage stelle ich meine bisherigen Buch-Veröffentlichungen und Reportagen vor. Vor allem aber mache ich interessierte Leser mit meinen Reisen bekannt und führe zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten einiger ausgesuchter Länder. Leider sind viele dieser Highlights mittlerweile nicht mehr so zu sehen, wie ich sie noch erlebt habe. Insofern ist dies auch ein Stück nostalgischer Erinnerung an eine vergangene (wenn auch nicht immer für die Menschen der besuchten Länder bessere) Welt.

 

Zum Fotografieren nutze ich seit Jahren die Digitalkamera D-850 von Nikon, mit der ich sehr zufrieden bin. Auch das Zubehör (Objektive, Blitzgerät usw.) ist aus Gründen der Kompatibilität vom gleichen Hersteller.

 

Gerne könnt Ihr Bilder und Texte  auf dieser Homepage kommentieren oder Fragen zu Reisezielen stellen. Unter der Rubrik "Kontakte, Zuschriften"  könnt Ihr mir auch direkt schreiben, ohne dass der Text öffentlich wird.

 

Das Inhaltsverzeichnis findet Ihr durch Anklicken links im Menü oder hier.

 

Ich wünsche Euch nun viel Spaß auf meiner Homepage!

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Fotos von touristischen Sehenswürdigkeiten auch bei fotocommunity 

https://www.fotocommunity.de/user_photos/2426243?sort=new&filter=all

 

 

Nachweise meiner publizistischen Tätigkeit bei

 

Kürschners Deutscher Sachbuch-Kalender 2003/004, Band II, München-Leipzig 2004, S. 805

Taschenbuch für die Touristikpresse 2006/2007, Kroll Presse-Taschenbücher, hrsg. Thomas Cook AG, Oberursel 2006, S. 120.

 

Tourismus nach der Corona-Zeit

 

Viele Reiseunternehmen, Hotels und Gaststätten, Reisebuch-Verlage und Flugunternehmen wird es nach Corona nicht mehr geben - so viel scheint sicher. Dies betrifft nicht nur Deutschland sondern die ganze Welt, besonders diejenigen Länder, die am Tourismus verdienten, deren Wirtschaftsleistung von ihm abhängen. Die viel beschworene Solidarität wird es auch in dieser Frage nicht geben, zu unterschiedlich sind die Verhältnisse in den touristischen und den nicht von den Urlaubswellen betroffenen Regionen. Ist dies gesamtgesellschaftlich nun schädlich oder bietet es die Chance zum Neuanfang und Umdenken? Bildet Reisen tatsächlich oder bestärkt es eher Vorurteile? Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass ferne Länder zwar für weite Bevölkerungsschichten immer erreichbarer wurden, die Kulturkreise dem Urlauber meist jedoch ebenso fremd blieben wie zuvor. Darüber wird zu sprechen sein. Nicht selten wurde für Reisen in die »unberührte Natur« geworben, womit diese Unberührtheit im selben Moment, in dem diese Reisen stattfanden, dahin war. Allerdings hat der Tourismus auch bewirkt, dass Naturschutzparks entstanden und kulturelle Bräuche bewahrt oder sogar wieder entdeckt wurden. 

Mit der Pandemie gab es neben den unbestreitbar verheerenden zwischenmenschlichen und geschäftlichen Auswirkungen auch durchaus begrüßenswerte Aspekte: nahezu menschenleere Strände, an denen man sich tatsächlich erholen und die Natur genießen hätte können. Ob allerdings Plexiglas-Kabinen am Strand in Zukunft, wie angeblich geplant, wirklich der Verständigung zwischen den Völkern und der Kommunikation dient, bleibt zweifelhaft. Dafür scheint sich eine Tendenz zu »autarkem Reisen« abzuzeichnen: Ferienwohnungen, Campingmobile und Hausboote liegen im Trend.

Was vorher kaum denkbar erschien, ist jetzt Realität: Kein riesiges Kreuzfahrtschiff hängt drohend vor Venedig und überschwemmt die kleine Stadt mit Massen von Touristen. Doch die Leere der Straßen kann auch bedrohlich wirken, wenn Shopping-Touristen ausbleiben, und das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychisch. Und das unabhängig davon, dass Kreuzfahrtriesen auch schon vor dem Pandemieausbruch ein Beispiel für ökologisch fragwürdiges Reisen waren. Immerhin erinnerte man sich an den Reiz der Innenstädte ohne Autolawinen mit allen negativen Folgen der Abgase, wenn man die Avenidas hübscher Städte entlang wandern und die Sehenswürdigkeiten ohne Hast bewundern kann, ohne von Lärm und Andenkenverkäufern belästigt zu werden. Die Städte könnten also ihre liebenswerten Seiten wieder zurückgewinnen. 

Ob Flugreisen jemals wieder ein Vergnügen sein werden, wenn Passagiere ihre Atemschutzmasken tragen, ihre Körpertemperatur mit einer Wärmekamera messen lassen und den Impfstatus vorweisen müssen, ist ebenfalls fraglich. Dennoch werden sich viele Fernreisende davon nicht abschrecken lassen.

Was sich Hotels und Restaurants einfallen lassen werden, um ihre Gäste »kontaktlos« zu bewirten, bleibt in ihren Auswirkungen ungewiss. Zumal fraglich ist, ob die geringere Auslastung auf Dauer auch wirtschaftlich rentabel sein kann. Ein glücklicher und sorgenfreier Urlaub zumindest dürfte auf diese Weise für die meisten Reisenden wohl eher nicht garantiert sein, auch wenn ein Mindestabstand auch seine Vorteile haben kann.

Wahrscheinlich werden langfristig die Preise für Reisen steigen - es wird weniger Platz je Reisender vorhanden sein. Un zwar nicht nur wegen der vorgeschriebenen Abstandsregeln, sondern auch wegen der nur begrenzt verfügbaren nah erreichbaren Reiseziele. Weniger Gäste müssen den geringeren Umsatz ausgleichen. 

Insbesondere Fernreisen werden wohl wieder ein Privileg der oberen Zehntausend werden wie in den zwei Jahrzehnten der Nachkriegszeit, wenn sich viele die teuren Flugtickets nicht mehr werden leisten können. Die »Demokratie des Reisens« scheint zu Ende zu gehen, zumindest für Fernreisen. Gerade dies könnte aber auch eine Chance sein: für den Klimaschutz und gegen die Wegwerf-Mentalität, aber auch für die Menschen fremder Länder, die es vorziehen, in Ruhe gelassen zu werden. Denn wo auch immer der Tourismus regelmäßig einkehrte, setzte ein verheerender Wertewandel ein mit folgendem Konsumwahn, folgender Prostitution und Kriminalität sowie steigenden Preisen, die zwar für reiche Touristen kein Problem bedeuteten, wohl aber für die Einheimischen. Auch die Proklamierung eines »sanften Tourismus« blieb weithin eine Illusion, ökologische Folgen wurden kaum beachtet, trotz manchmal für Langstreckenflüge erhobener »atmosfair«-Abgaben. 

Die Frage wird sich verschärft stellen, ob es wirklich selbstverständlich ist, dass jedermann in Südafrika oder Thailand gewesen sein muss, und zwar zu einem Spottpreis und mindestens zweimal im Jahr. Vielleicht gewinnt Reisen wieder an nachhaltigem Wert.

Dieses Lebensmodell mit oberflächlichen Schnelleindrücken einschließlich der Flut von Instagram-Fotos und Selfies vor der Kulisse weltbekannter Sehenswürdigkeiten könnte hinterfragt werden, zumal die bisherige Erfolgsgeschichte der deutschen Reisebranche wohl unwiederbringlich zu Ende gegangen ist.

 

Bonn, im Mai 2020

 

Joshi, mein geliebter Sibirienkater

© Rainer Waterkamp